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    Türkei

 

   

Im Gegensatz zu Knüpfteppichen sind Webteppiche (Kelim, kilim) einfache, Ininwandbindige Erzeugnisse mit einer Ketto und verschiedenfarbigen Schüs- +Inn, nuneist aus Wolle, manchmal
lulle' Verwendung von Ziegenhaar oder Neunwolle. Bei den Nomaden fanden nie als Teppiche, Decken, Behänge, Kis- weiherüge, Satteldecken u. a. Vervven- ih up' Obwohl man Kenntnis von türki- st lull Flachgeweben schon aus einer hohl höhen Zeit hat, sind die ältesten er- hellenen Kelims nur etwa 200 Jahre alt.
KI die Flachweberei von den türki- iiclion Nomaden niemals industriell be- iliehen wurde, charakterisiert eine stark individuelle Prägung die einzelnen Stücke. Andererseits sind Herstellungs- weise und die meisten Motive seit Jahr- hunderten gleichgeblieben, so daß eine uonaue Datierung der Textilien nur richwer möglich ist. Aufgrund der ein- litchen Webtechnik sind die Muster viel- lach geometrisch und stellen be- stimmte, auch naturalistische Motive in utak stilisierter Form dar. Häufig findet
sich die Rose, ein rautenförmiges Me- daillon, das oft mit zahlreichen Haken verziert ist. Überhaupt tauchen Haken- formen häufig auf, u. a. als Vogel gebil- det, als eh beli ()Hände auf den Hüftem; das Sinnbild für die Frau) oder als Widderhörner. Bekannt sind auch die Spitzarkadenformen, die als Gebets- nische (Mihrab) den Gebetsteppich kennzeichnen. Zu den religiösen Motiven gehört auch der Kamm, der, manchmal zusammen mit einer Was- serkanne, die Reinigung vor der An- dacht symbolisieren soll. Im nichtreli- giösen Bereich dürfte der Kamm eher als Webkamm zu deuten sein, der auf die Herstellung des Teppichs verweist. Glückssymbole wie das liegende oder stehende S, das Swastika-Motiv, das Oktogon oder der achtzackige Stern Salomons, kurzerhand als Juwel Mo- hammeds umgedeutet, tauchen auf
neben einfachen Stilisierungen von Blu- men, Augen oder anderen Mustern, die vor Unheil schützen sollen.
Eskiehir gewonnen wird, oder die nargileh, die Wasserpfeife. Letz- tere sollte man aber nicht in Touristen- basaren kaufen, da dort die Verarbei- tung nur mäßig ist. Auf arabischer Tra- dition basieren die Spielbretter (meist tavla, das englische Backgammon) oder Schmuckkästchen aus Holz mit Perl- mutt- bzw. Silber- oder Messingintar- sien. Sie sind nicht teuer und dazu in der Regel gut verarbeitet. Einige griechische Traditionen sind noch an der Westküste (Bodrum, Marmaris) lebendig, etwa Naturschwämme - seit Mitte des 19. Jh. ein berühmtes Produkt der Ägäis-Inseln (vor allem Kalymnos) - oder Ledersan- dalen nach antikem Vorbild.
Neuer Produktionszweig ist Lederklei- dung (von der Jacke bis zum Mini; in Marmaris sogar Pelzmode), die über ähnlich viele Läden vermarktet wird wie Teppiche. In den letzten Jahren hat die Steinschneiderei große Verbreitung er- lebt, die zwischen Vase und Schachspiel sehr schöne Gegenstände aus Onyx produziert. Auch Textilien (T-Shirts, Polos, Jeans) sind in einem Land, das in großen Mengen Baumwolle erzeugt, nicht teuer. Allerdings treibt der >Mar- kenklau( in der Türkei üppige Blüten und grundsätzlich ist kaum ein Label echt (Ausnahmen bilden natürlich die Edel- boutiquen in Istanbul, lzmir und An- kara). In den Mittelstädten des Inlands kann man aber auch schöne, Kilim-ähn- liche Stoffe finden.
Überhaupt gilt: Je weiter man sich von der Küste entfernt, desto günstiger kauft man ein. Feilschen sollte man je- doch auf jeden Fall - auch wenn man dabei kaum eine Chance hat oder nicht viel, sehr viel Zeit mitbringt. Dabei un- terbietet man den genannten Preis um etwa ein Drittel, hält, egal was der Ver- käufer sagt, eine Zeitlang eisern daran fest; Bewegung kommt in die Verhand-
lung sowieso erst, wenn man sich dann schließlich, nach viel Palaver, zum Gehen wendet. Aber Achtung: Man darf nur bieten, wenn man wirklich kaufen will; andernfalls verletzt man die Regeln und den Stolz der Händler - und die ei- gene Ehre...
Von Mezeler bis Rala - Die türkische Küche
Die türkische Küche ist bis heute ein le- bendiges Spiegelbild der ethnischen Zusammensetzung des Osmanischen Reichs: alte Nomadentraditionen mi- schen sich mit arabischen, tscherkessi- schen und griechischen Kochkünsten. Bis auf wenige Ausnahmen ist sie eher mild und auf die Bewahrung des Eigen- geschmacks der Zutaten bedacht. Da sich vor allem die Hotels, aber auch viele Restaurants in den Touristenorten dem internationalen Standardgeschmack an- gepaßt haben, probiert man sie am be- sten in einem einfachen lokanta oder einem pide salonu. Das ist zwar etwas abenteuerlich, doch nur so kann man die köstlichen, lange geschmorten Ofen- gerichte kosten oder manch anderes Ex- periment wagen.
Traditionell wurde nur wenig Fleisch gegessen, so daß viele Gerichte reine, dabei sehr variationsreiche Gemüsezu- bereitungen sind. Dies gilt vor allem für die vielen abwechslungsreichen Vor- speisen (mezeler). In den großen Hotels und mittlerweile auch in vielen Restau- rants an der Küste kann man sich diese Appetithappen vom Büfett selbst aussu- chen: Da gibt es Joghurtcreme mit Dill und Knoblauch (cacik), Auberginenpa- ste (batiwan), tscherkessische Hühner- fleischpaste mit Nüssen (9erkez tavuöu), Bohnensalat (piyaz), scharfes Püree aus Tomate, Petersilie und Pefferschoten
(wau!) ezme), Kichererbsenpüree (hu- st ws), Sesampaste (tahin), gebratene Le- btewürfel mit Zwiebeln (arnavut >/igarettenröllchen> mit Schafskäse (si- gisti höreji)- was nur eine kleine Aus- wahl ist.
Die Touristenrestaurants sind ganz 1111f Hauptgerichte mit Fleisch (Huhn, Lamm, Rind) und Fisch spezialisiert, die allerdings fast ausschließlich gegrillt serviert werden. Die große Palette der Schmorgerichte ist dort leider fast nie zu finden. Was etwa vollmundig als >osma- nische Pfanne( auf der Speisekarte er- scheint, entpuppt sich allzu oft als rasch mit Zwiebeln zusammengebrutzeltes Grillfleisch in lnstantsauce - präsentiert freilich mit großartigem Feuerzauber. Gewürzt wird im Westen eher sparsam (das gilt auch für die Verwendung von Knoblauch). Mehr oder minder scharf wird nur der adana kebap, Hackfleisch am Spieß gegrillt, zubereitet, sonst fin- den vor allem Minze oder Petersilie Ver- wendung. Oft drängt sich auch der Ver- dacht auf, daß die köfte (Hackfleischbäll- chen) oder der kebap (Lammspieß) gänzlich ungewürzt sind.
Ganz anders sieht die Situation in den lokantalar (Garstuben) aus: köfte in ver- schiedenen Saucen geizen nicht mit der reichen Palette orientalischer Gewürze (z. B. izmir köfte, in Tomaten-Kreuzküm- mel-Sauce). Das bekannte döner kebap ist in der Türkei etwas schärfer und wird oft als iskender kebap ()Alexander- Kebap() mit Joghurt auf Fladenbrot ser- viert. Dolmalar, >gefüllte( Gemüse, wer- den mit einer Mischung aus Reis, Pini- enkernen und Korinthen meist kalt serviert. Ein gutes Beispiel ist das Ge- richt Imam bayilch, mit Zwiebeln und To- maten gefüllte Auberginen, dessen schöner Name, >Der Imam fiel in Ohn- macht>, auf die Reaktion des sparsamen Geistlichen zurückgeht, als seine Frau
Restaurant in Istanbul
zur Zubereitung einen ganzen Liter Oli- venöl verbrauchte. Lahmacun, peynirli pide (Brotfladen mit Schafskäse) und Suppen (vor allem mercimek 9orbasi, pürierte Linsensuppe mit Koriander) sind weitere Köstlichkeiten solcher ein- fachen Lokale. Eine Spezialität der Nord- westtürkei ist der öp sis
Spieß>): sehr kleine Lammfleischstück- chen kroß gegrillt und trotz des Namens eine feine Mittagsmahlzeit.
In den Küstenorten ist das Angebot an Meeresfrüchten verlockend. Oktopus- Salat, gegrillte Calamari, die rote Meer- barbe (einer der feinsten Speisefische), aber auch Seebarsch, Schwertfisch und frischer Thunfisch sind Köstlichkeiten, die man so nur direkt am Meer be- kommt. Allerdings sind diese Gerichte oft recht teuer, so daß es sich empfiehlt, vorher den Preis auszuhandeln, will man keine böse Überraschung erleben. Auch der treuherzigen Versicherung

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