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aller Fisch sei
tagesfrisch, sollte man mit Skepsis begegnen.
Zum Nachtisch wird im Sommer vor allem Obst gereicht, etwa
Honigmelone (kavun) oder Wassermelone (karpuz), Weintrauben (üzüm)
oder Orangen (por- takal). Aber auch die türkischen Süß-
speisen lohnen in jedem Fall einen Ver- such. Berüchtigte
Kalorienbomben sind Backwaren wie baklava oder bülbül yu- vasi
()Nachtigallennest), die mit Wal- nüssen oder Pistazien und
viel, viel Ho- nigsirup hergestellt werden.
Zu allen Gerichten wird Brot (ekmek) und Wasser (so) gereicht.
Das Mittag- essen fällt schon wegen der Hitze meist weniger
üppig aus, und die Türken neh- men die Hauptmahlzeit am Abend
auch oft zum Anlaß, mit Freunden und Be- kannten in großer
Runde zu feiern. Da in den Restaurants jeweils nur recht
kleine Portionen gebracht werden, kann die Mahlzeit aus
verschiedenen Gerichten selbst zusammengestellt werden. Dabei
ist es üblich, die Speisen an einer riesi- gen Glasvitrine
auszuwählen - Sie sind also auf die Speisenkarte nicht unbe-
dingt angewiesen und können nach Au- genschein entscheiden.
Normalerweise bringt der Kellner alles gleichzeitig; wol- len
Sie mehrere Gänge, müssen Sie das ausdrücklich sagen.
Das Frühstück (kahvalti) mutet zu- nächst etwas absonderlich
an. Es be- steht aus frischem Weißbrot, Butter, To- maten und
Gurken sowie Schafskäse und Oliven, als Konzession an den eu-
ropäischen Geschmack auch Marme- lade oder Honig. Dazu wird
Tee (py) oder Nescafö gereicht. In ländlichen Ge- bieten ist
auch das selten, denn dort be- ginnt man den Tag üblicherweise
mit einer Suppe.
Obwohl das Alkoholverbot des Islam heute wieder mehr Beachtung
findet (vor allem im Inland), servieren alle bes-
seren Restaurants (restoran) zum Essen Bier (bira) oder Wein (sarap).
Bei den einfachen Gaststätten darf man Alkohol jedoch nicht
erwarten; verboten ist er al- lerdings nur im Umkreis von 50 m
um eine Moschee. Wer darauf Wert legt, sollte auf das Wort
ickili achten: dann wird kein Alkohol ausgeschenkt. Die
häufigste Biersorte ist die der türkischen Efes-Brauerei,
gefolgt von den Lizenz- produktionen Tuborg oder Karlsberg.
Der türkische Wein ist an sich nicht zu verachten. Rotwein (lormizi
sarap) wird allerdings nur selten passend tem- periert
serviert: Bestellt man ihn gekühlt (soguk), kommt er aus dem
Kühl- schrank, verlangt man ihn ungekühlt (so guk olmasm,
lüden), hat er Lufttem- peratur, im Sommer weit über 25 °C.
Weißwein (beyaz sarap) ist in der Regel trocken und kalt noch
am besten trinkbar. Wird Mineralwasser gewünscht, be- stellt
man maden suyu; in Flaschen ab- gefülltes Trinkwasser heißt
kaynak suyu. Das >Nationalgetränk( Tee (cay, sprich Tschai)
wird aus einem sehr star- ken Aufguß zubereitet und dann por-
tionsweise mit heißem Wasser ver- dünnt. In guten Teegärten
bekommt man auf Wunsch auch einen Samowar (9ay semaver) und
kann sich an der Pro- zedur selbst versuchen. Der türkische
Mokka (kahve) hingegen wird jeweils frisch aufgekocht und mit
dem Satz serviert - zuerst vielleicht etwas unge- wohnt, aber
probieren sollte man ihn doch. Schon bei der Bestellung muß
man angeben, ob der Kaffee süß (seker- li), mittelsüß (orta)
oder ohne Zucker (sade) gewünscht wird.
Nur in einfachen lokantalar bekommt man das wohlschmeckende,
erfrischen- de ayran, ein Getränk aus leicht gesalze- nem,
verdünntem Joghurt, das beste zum Mittagessen. In den Städten
im Westen wird auf offener Straße frisch
Die einfachen türkischen Lokale
haben sich oft auf bestimmte Ge-
richte spezialisiert. So erhält man im kebap salonu
Grillfleisch vom Dreh- spieß, im pide salonu die dünnen türki-
schen Pizzen, die im Osten recht scharf gewürzt sind, im
köftei gibt es Köfte- Gerichte. Allen gemeinsam ist, daß es
oft keinen Alkoholausschank gibt und daß man sich die meisten
Gerichte an großen Kühl- oder VVarmhaltetruhen aussuchen kann.
Im büfe verzehrt man
Essen und Getränke im Stehen, das Qayhanesi ist ein meist eher
schmudde- liges >Teehaus(, wo sich die Männer mit tavia
(Backgammon) oder okey (eine Art Rommä mit Spielsteinen)
die Zeit vertreiben. Das ;Jasiaharn ist eine Cafö-Konditorei,
das birahant eine Bierkneipe. Dann gibt es noch den aile
salonu, den >Familiensalon(, wo meist eine ruhigere,
gemütlichere Atmosphäre herrscht als in den von
Zigarettenrauch geschwängerten Teehäusern oder Kneipen (meyhane).
Dort werden Frauen zwar auch be- dient, türkische Frauen
würden diese Lokale jedoch freiwillig nie betreten. Anders die
cay bahvesi ()Teegärten(): hier treffen sich die beiden sonst
so strikt geschiedenen Welten. Wer
will, zieht sich mit einer nargileh (Wasserpfeife) in die
Männerecke zurück; ansonsten sitzen Familien oder Pärchen bei
einer Teezeremonie zusammen.
In einem pastaane- einer Art Konditoreikaffee - erhält man
Süßes und verschiedene Backwaren. In den Städten Anatoliens
sind solche Lokale immer auch eine gute Adresse, wo man in
halbwegs >europäischem Ambiente( einen Mittagssnack einnehmen
kann.
Noch ein Wort zur Rechnung: Üblicherweise zahlt man in der
Türkei nicht getrennt, sondern alle legen zusammen - Türken
streiten sogar um die Ehre, die Rechnung übernehmen zu dürfen.
Ein Trinkgeld ist immer gern gesehen.
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