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    Großbritannien

 

   

Großbritannien (Great Britain) ist der geografische Name der Insel, die England, Wales und Schottland umfaßt, zur Unterscheidung von Kleinbritannien (Little Britain) = Bretagne (Brittany) in Frankreich. Das Vereinigte Königreich umfaßt die Inseln von Großbritannien und Irland. 1921 wurde der Irische Freistaat mit Verzicht auf den Nordteil der Insel, Ulster, gegründet. Seitdem besteht das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland). Zum Vereinigten Königreich gehören nicht die britischen Kanalinseln und die Isle of Man, die direkt der Krone unterstehen.
Das Wetter des United Kingdom wird durch den Atlantischen Ozean bestimmt, besonders durch die Tiefdruckgebiete des Nordatlantik. Die Hauptregenrichtung ist der Südwesten, nach der die hier entwickelte Kopfbedeckung der Seeleute, der Südwester benannt ist. Die Temperaturen sind im Sommer allgemein an der Ostküste höher, im Winter dagegen wegen des

Achtung: Wegen drohender Tollwutgefahr ist die Einfuhr von Säugetieren und Vögeln verbo- ten, Haustiere werden ohne Ausnahme in Qua- rantäne gegeben.
Seit Herbst 1994 ist der Eurotunnel in Betrieb. Der Hochgeschwindigkeitszug (bis 300 km/h) Eurostar fährt in 3 Std. von Paris Gare du Nord

nach London Waterloo, die 51 km lange Tunnelstrecke, 135 m unter dem Ärmelkanal, wird in 20 Min. durchfahren. Ab 1995 wird in den neuen Terminals von Calais und Folkestone die Atoverladung für die Tunnelstrecke in Betrieb genommen.
Die wichtigsten Fährhäfen des United Kingdom sind in England: Dover nach Holland, Belgien und Frankreich, Newhaven nach Dieppe (Frankr.), Portsmouth zu den Kanalinseln, nach St. Malo, Cherbourg und Le Havre (Frankr.), Weymouth zu den Kanalinseln, Plymouth nach Santander (Spanien) und Roscoff (Frankr.), Penzance zu den Scilly-Inseln, Harwich nach Hamburg, Esbjerg (Dänem.), Göteborg (Schweden), Kristiansand (Norw.), Hoek van Holland und Zeebrügge (Belgien), Great Yarmouth nach Scheveningen (Holl.), Hull nach Rotterdam und Zeebrügge, Newcastle nach Norwegen, Schweden und Dänemark, Liverpool nach Dublin und Belfast, Fleetwood und Heysham zur Isle of Man.

In Wales: Pembroke und Fishguard nach Rosslare (Irland), Holyhead nach Dublin.
In Schottland: Aberdeen nach Lerwick (Shetlands), Thurso nach Stromness (Orkneys), Ullapool nach Stornoway (Hebriden), Oban zu zahlreichen Inseln der Hebriden, Stranraer nach Larne (Nordirland).
Das United Kingdom gilt als ideales Wassersportrevier, hier wurden vor mehr als 100 Jahren die ersten "Pleasure-boat"-Fahrten unternommen. Rund um die Küste befinden sich zahlreiche Yachthäfen, besonders die Flußläufe sind für kleine Boote bis tief ins Landesinnere befahrbar.

Typisch englisch sind die Pubs, Bierkneipen mit langen Theken und viel Plüsch. Engländer können auf den Eichstrich an ihren Biergläsern verzichten, es wird immer randvoll und möglichst ohne Schaum eingeschenkt. Wohltuend für "Nicht-Insulaner" ist, daß besonders in den Touristenregionen Südenglands sich die Küche europäischem Standard anpaßt.
England
England liegt im Mittel- und Südteil der Insel Großbritannien und zieht sich im Norden von den Cheviot Hüls bis zum Englischen Kanal im Süden.
Die Cheviot Hills bilden die natürliche Grenze zu Schottland, nach Süden schließt sich die Pennine-Bergkette an, im Westen die Kumbrischen Berge. Der Süden ist Tiefland mit Mooren und einzelnen Hügelketten, die als Steilküste die Insel zum Englischen Kanal hin abschließen. Der Severn ist mit 340 km längster Fluß der Insel. Er entspringt in den Walliser Bergen und mündet in den Bristol-Kanal an der englischen Westküste. Südlich dieses Kanals liegt die geschichtsträchtige Halbinsel Cornwall (mit den tropischen Gärten, u.a. Trebah Garden am Helford River). Gegenüber der westlichsten Spitze Großbritanniens, Lands End, liegen die ScillyInseln.
Im Englischen Kanal, der Südküste bei Sout-

hampton vorgelagert, liegt die 'sie of Wight (43 n.Chr. von den Römern erobert und Vectis bzw. Ictis genannt) mit dem weltberühmten Segelmekka Cowes (alle 2 Jahre wird hier der Admirals-Cup ausgetragen, der auf der Langstrecke bis zum Fastnet Rock an der irischen Südküste führt). Vom Mittelalter bis ins letzte Jh. war die Insel berüchtigter Schlupfwinkel von Piraten und Schmugglern. Fährstationen vom Festland sind Cowes und Yarmouth. Sehenswert sind das Carisbrooke Castle (erbaut auf normannischen Befestigungen), in dem Charles I, gefangen gehalten wurde, nachdem er 1647 vor Cromwell floh (schließlich wurde er an Cromwell ausgehändigt und geköpft), und das Osborne House, die Sommerresidenz von Queen Victoria. Schon seit der Jahrhundertwende sind die Strände von Ryde beliebt bei Sommerfrischlern. Die Isle of Wight bietet einsame Sandstrände, Badebuchten und Kreidefelsen. In der Seefahrt berüchtigt sind die Needles, die Kreidefelsen am Westausgang des Solent, dem Seegebiet zwischen Insel und Festland.
Hauptstadt des United Kingdom ist London, das mit den eingemeindeten Westminster, Hampstead, Highgate, Richmond und Greenwich eine Fläche von 1.554 qkm umfaßt. Weltbekannt sind die Gebäude der Stadt wie House of Parliament und Big Ben, Westminster Abbey, Buckingham Palace, St. Paul's Cathedral, Tower of London und Tower Bridge und Plätze wie Trafalgar Square, Leicester Square und Piccadilly Circus. Die ehemalige Blumen- und Gemüsemarkthalle Covent Garden gehört mit der Royal Arcade zu den exklusivsten Einkaufspassagen der Welt. Eine Fahrt auf der Themse gibt einen ersten allgemeinen Überblick über die bekanntesten Gebäude. Zu Fuß kann es noch heute auf den Spuren von Charles Dickens und Sherlock Holmes erkundet werden. London ist Sitz des weltgrößten Versicherungsunternehmens, Lloyds of London.
Durch die Sternwarte von Greenwich führt der Null-Meridian, von hier werden jeweils 180 Längengrade nach West und nach Ost gezählt. Dieser Null-Meridian wurde 1884 in Washington, D.C. (USA) international festgelegt, nachdem die Navigation auf See langsam kompliziert wurde, weil jedes Land auf seinen eigenen Seekarten den Null-Meridian durch die eigene Hauptstadt laufen ließ. In der ganzen Welt bekannt sind die Fußball- und Tennisstadien von Wembley und Wimbledon.
Im Zuge der Sanierung der Docklands im Osten der Stadt wurde das Freizeitzentrum Beckton Alps Ski Centre gebaut, wo man ganzjährig auf

künstlich aufgeschütteten Hügeln und einem Kunststoffbelag skifahren kann. Erholen kann man sich im Edelweiß- Restaurant und an der Alpine Bar. Die Industrie-, Werft- und Hafenanlagen der Docklands wurden gegen Ende des letzten Jh. gebaut, sie sind im 2. Weltkrieg durch deutsche Luftangriffe teilweise zerstört worden. Nach dem Krieg wurden sie zunehmend unrentabel, da sich der Verkehr auf Schiene und Straße konzentrierte. Zu Beginn der 80er Jahre wurden die Docklands geschlossen. Im Zuge des Sanierungsprogramms hat London großzüge Yacht- und Freizeitanlagen errichtet.
Nordwestlich von London liegt die alte Universitätsstadt Oxford (Colleges aus dem 13. Jh.) und nördlich die Universitätsstadt Cambridge, berühmt sind die jährlich stattfindenden Ruderduelle der beiden Universitätsmannschaften. Die wichtigsten Industriestädte Englands sind Birmingham, Liverpool am River Mersey (Erinnerung an die Beatles und Rolling Stones) und Manchester (einst Zentrum der Baumwollindustrie), berühmte Orte sind Salisbury mit der Kathedrale, Stoke-on-Trent mit seiner Steingut- und Porzellanindustrie, St. Albans mit seiner Kathedrale aus dem 11. Jh., die hübsche Stadt Bath mit Gebäuden aus der georgianischen Zeit, Canterbury mit seiner Kathedrale, die die Mutterkirche der anglikanischen Kirche ist, die alte See- und Hafenstadt Bristol, an der Mündung des Severn am Bristol Channel gelegen, mit der Clifton-Hängebrücke, dem alten Bahnhof der Great Western Railway und dem nahe gelegenen Nationalpark Exmoor, einem Hochmoor mit tiefen, sich windenden Tälern (Gombes), das Jagdrevier der Normannenkönige (insges. über 1.200 km Wander- und Reitwege) und York mit seinem Münster und der Altstadt "Shambles".
Southampton ist Heimathafen der Queen Elizabeth 2, die als Cunards Flaggschiff und einziges Nordatlantik-Linienschiff regelmäßig die Strecke Southampton - New York fährt. Die fünftägige Reise kostet ab ca. DM 2.000,-, daneben unternimmt die QE2 zahlreiche Kreuzfahrten, u.a. amerikanische Ostküste von Kanada bis Florida (Info: Cunard, Neuer Wall 54, 20354 Hamburg). Neu ist der Boat Train, der Passagiere in gut einer Stunde von Londons Waterloo Station direkt zum Schiff bringt (Gepäcktransfer direkt in die Kabinen).
Die Attraktion von Norwich sind die Norfolk Plains, The Broads, eine Kanal- und Flußlandschaft mit Marschen, Weiden- und Erlenwäldern, in der zuerst in England als touristische Attraktion Flußboote vermietet wurden (kein

Führerschein erforderlich). Die rund 200 km lange Flußstrecke des Nationalparks The Broads mit Seen und Flußerweiterungen erstreckt sich von den alten Seehäfen Great Yarmouth und Lowestoft nach Westen bis Norwich in den Grafschaften Norfolk und Suffolk. Die in der Eiszeit entstandenen Torfablagerungen wurden seit dem Mittelalter abgebaut, die großflächigen Torfstiche füllten sich mit Wasser auf Meeresspiegelhöhe und ließen diese einzigartige Landschaft entstehen. The Broads sind das ideale Urlaubsrevier für Familien, man kann segeln, Motorbootfahren (The Broads sind gerade für Anfänger ein ungefährliches und sicheres Revier) und Wandern, z.B. auf dem 80 km langen Weavers Way (Weber waren für Norfolk eine typische Berufsgruppe).
Weitere Nationalparks sind der Lake District in der Grafschaft Cumbria, im Nordwesten Englands, südlich von Carlisle. Nach der Eiszeit entstand in jedem Tal dieser rauhen Bergwelt ein See (viele mit Ausflugs- und Fährschiffen), der See Windermere ist mit 17 km Länge Englands größter. Höchster Berg des Distrikts ist der 978 m hohe Scafell Pike, der mit seinen Nachbarbergen Englands beliebtes Bergsteiger- und Kletterparadies bildet. Die Schönheit der Landschaft wurde vom Dichter William Wordsworth beschrieben und von William Turner im letzten Jh. gemalt.
Auf der anderen Seite gegenüber an der Ostküste liegt der Nationalpark North York Moors, zwischen der Hafenstadt Whitby, dem Seebad Scarborough und Thirsk. Besonders schön ist der Anblick, wenn im Spätsommer das Heidekraut blüht. Die größte Moorlandschaft von England und Wales wird von tiefen Tälern, den Dales, zerschnitten. Es gibt Acker-, Weideland, alte Bauernhöfe, dichte Wälder und einsam die Landschaft beherrschende Bergrücken. Man findet zahlreiche Zeugnisse frühester Besiedlung, wie Steinzeitgräber, die gut erhaltene Römerstraße im Wheeldale Moor, Römerlager, Signalstationen an der Küste und die über vierzig Kreuze aus dem Mittelalter, dem Wahrzeichen des Nationalparks. Sehenswürdigkeiten sind weiterhin die gotische Ruine einer Zisterzienserabtei in Rievaulx, das Kartäuserkloster Mount Grace Priory und die Whitby Abbey of St. Hilda. Über 175 km Wanderwege erschließen die Region.
An der Grenze zu Schottland liegt der Nationalpark Northumberland in einem entlegenen und wilden Bergland. Die Landschaft bestimmen die Cheviot Hills, die Simonside Hills und die Harbottle Hills sowie Wälder, Heideland und Moore. Attraktionen sind der im Süden verlau-

fende Hadrianswall, die nördlichste Befestigung des Römischen Reiches, 122 n.Chr. zur Abwehr der Pikten gebaut, und die alten Herrenhäuser, die im umstrittenen Grenzgebiet zwischen England und Schottland und zum Schutz vor Räuberbanden als Festungen, sog. Bastles oder Peles, angelegt sind. Zugang zum Nationalpark über Hexham, Bellinham, Rothbury und Wooler.
Südlich des Northumberland Nationalparks liegt der Nationalpark Yorkshire Delos im Hochland der zentralen Penninen. Moore, Weiden, Wiesen, verwitterte Kalksteinfelsen, Wasserfälle, Höhlen, kahle Bergrücken und fruchtbare Täler bestimmen das Bild. Attraktionen sind die mittelalterlichen Klöster, wie die Ruine der Bolton Abbey, und die kleinen Dörfer und Städtchen, deren Häuser aus dem typischen grauen Sandstein erbaut sind. Neben zahlreichen Wanderwegen ist ein spezieller Radwanderweg ausgebaut. Zentrale Orte sind Grassington, Hawes und Sedbergh.
Östlich der Industriemetropole Manchester liegt der Nationalpark Peak District. Dark Peak wird der nördliche Teil aus Sandstein und Mühlsteinsand bezeichnet, auf der Hochebene liegen Torfmoore, Nadelwälder und zahlreiche Stauseen (Wasserversorgung bis Liverpool), die Landschaft wirkt herb, dunkel und geheimnisvoll. Der südliche Teil besteht aus Kalksandstein, die Landschaft ist sanfter mit Weideland und vielen Bauernhöfen. Skurrille Felsen überragen die Wälder, man findet Höhlen und alte Bleibergwerke, das Bergwerk Blue John Stone ist immer noch in Betrieb. 402 km lang ist der Pennine Way, Großbritanniens erster nationaler Wanderweg. Außerdem gibt es Reitpfade und als Attraktion eine historische Eisenbahn. Berühmte Plätze Englands sind Stonehenge mit seinem vorgeschichtlichen Heiligtum, Tintagel in Cornwall (nach der Legende die Burg König Arthurs), der Steinkreis von Avebury, Windsor mit dem Königsschloß aus dem 12. Jh., seitdem Residenz der königlichen Familie, das mittelalterliche Leeds Castle in Kent, die drei Türme der Kathedrale von Lincoln.
Bekannte englische Badeorte sind Blackpooi an der Irischen See und Brighton am Englischen Kanal. Roman-historisch interessante Landschaften sind die Wälder von Nottingham, Sherwood Forest (Robin Hood), der Nationalpark der Heide- und Moorlandschaft von Dartmoor (Sherlock Holmes-Geschichte: Der Hund von Baskerville), das Moordorf Bolventor bei Bodmin in Cornwall (Jamaica Inn von Daphne du Maurier) und nicht zuletzt das Stratfordupon-Avon Shakespeares. Dartmoor ist ein



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