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Die schwedische
Insel Gotland liegt etwa 150 km südlich von Stockholm mitten
in der Ostsee. Früher war die Insel wichtiger Handelsplatz in
der Ostsee, heute ist der Tourismus größter Wirtschaftsfaktor.
So hoch im Norden ist der mediterrane Charakter der Insel
überraschend. Hier werden die meisten Sonnenstunden Schwedens
gemessen.
Wer mit der Fähre den Hafen des Hauptortes Visby erreicht, dem
präsentiert sich mit der alten Stadtmauer Schwedens größtes
und besterhaltenes Baudenkmal aus dem 13. Jh. Die 38 Türme der
drei Kilometer langen Stadtmauer geben dem Schöpfer des
Beinahmens "Carcassonne des Nordens" recht. Visby war eine der
reichsten Städte der Ostsee, davon zeugen heute noch die
prächtigen Giebelhäuser, Speicher, Kirchenruinen und insgesamt
92 prächtig ausgestattete gotische Landkirchen. Ein anderer
Name ist "Stadt der Rosen", es gibt fast kein Gebäude in der
Altstadt, das nicht von Rosen umrankt ist. Die Geschichte
scheint stehengeblieben, wenn Anfang August der "Medeltidsveckan"
stattfindet, die Turnierspiele mit Rittern, Gauklern und
Schauspielen. Ende des 14. Jh. begann der Einbruch der Macht
der Ostseemetropole. Durch das Erstarken der holländischen
Seemacht wurden die Nordseehäfen zu Handelsmetropolen, die
Ostsee wurde zum "Binnenmeer".
In den Museen finden sich neben Bildersteinen mit Schiffs- und
Sonnenmotiven aus prähistorischer Zeit auch unermeßliche
Schätze aus dem 11. und 12. Jh., Gold- und Silberschätze, die
die Seefahrer und Händler aus Byzanz und Arabien mitgebracht
hatten.
Schon zur Jahrhundertwende waren die Badeorte Gotlands
beliebt. Das bei Visby liegende altehrwürdige Snäckgärdsbad,
im Volksmund einfach "Snäck" genannt, ist ein Beispiel. Hier
badeten die schwedischen Künstler und Schriftsteller August
Strindberg, Selma Lagerlöf und Carl Larsson. Weitere schöne
Sandstrände liegen bei Tofta an der Westküste und
Ostergarnland auf der Ostseite. Entlang der gesamten Küste
findet man kleine Fischerdörfer, es gibt Laubwälder und Äcker,
Schafswiesen mit den
Gotlandschafen, deren Fell leicht bläulich schimmert, und
Windmühlen. Die Museumshöfe Bottarve, Kattlunds und Petes
geben einen Einblick in das bäuerliche Leben von annodazumal.
Die wohl bekannteste Gestalt der Insel ist der Hoburgsgubben
(der Alte von Hoburg), eine menschenähnliche Riesengestalt,
die Wind und Wasser aus einem Felsen geformt haben.
Nordgotland mit den Orten Stenkusten und Färö auf der
gleichnamigen Insel bietet riesige Sandstrände, Klippen und
Einsamkeit.
Achtung: Teile Nordgotlands und die Insel Gotska Sandon sind
militärisches Sperrgebiet und dürfen von Ausländern nicht
betreten werden. An der Westküste liegen die beiden kleinen
Karls-Inseln Stora Karlsö und Lilla Karlsö. Es sind
Plateauinseln mit hohen Steilküsten, Sandstränden und Dünen.
Das idealste Fortbewegungsmittel auf der Insel sind Fahrräder
(können gemietet werden). Nach Finnland und Schweden bestehen
Flugverbindungen, Fähren fahren von den schwedischen Orten
Nynäshamn und Oskarshamn nach Visby.
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