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Finnland liegt in
Nordeuropa, im Norden grenzt Norwegen, im Nordwesten Schweden
und im Osten Rußland. Es hat keinen Zugang zum Nordpolarmeer,
nur zur Ostsee, im Westen über den Bottnischen Meerbusen, im
Süden über den Finnischen Meerbusen. Die größte Länge beträgt
1157 km, größte Breite 542 km. Nach einer Zählung von 1987
besitzt Finnland etwa 188.000 Inseln, die insgesamt etwa die
gleiche Anzahl Seen umschließen. Der größte Teil dieser Seen
befindet sich im Süden. Nach Norden zu werden die Wälder
dichter, die Hügellandschaft bergiger. Daran schließen sich
die Moore und baumlosen Berge Lapplands an. Die einzig
wirkliche Gebirgslandschaft liegt an der Grenze zu Norwegen
mit Erhebungen über 1000 m. Etwa zwei Drittel des Landes sind
waldbedeckt, damit ist es das am dichtesten bewaldete Land
Europas. Besonders an der Südwestküste wimmelt es von
Inselchen, Schären und Riffen. Von den über 80.000 liegen die
meisten vor der Küste von Turku (Abo) bis hinüber zu den
Älandinseln.
Seit dem 12./13. Jh. kam Finnland in die Einflußsphäre der
schwedischen Könige, im 16. Jh. wurde es schwedisches
Herzogtum. Mit dem Aufstieg Rußlands zur Großmacht unter Zar
Alexander I. geriet es zu Beginn des 19. Jh. unter russische
Herrschaft. Es wurde Großherzogtum, die alte Hauptstadt Turku
wurde durch Helsinki 1812 ersetzt. Finnland blieb aber weit-
gehend autonom. Es erhielt seine eigene Währung, Eisenbahn und
Post und behielt auch seine beiden Sprachen finnisch und
schwedisch. Seit Beginn dieses Jahrhunderts begann Finnland
seine Aktivitäten zu verstärken, sich von Rußland abzutrennen.
Nach der russischen Oktoberrevolution erklärte Finnland sich
am 6. Dezember 1917 selbständig. Von Januar bis Mai 1918 wurde
ein Bürgerkrieg zwischen Rechten und Linken um die zukünftige
Gesellschaftsform ausgekämpft. Mit Unterstützung Deutschlands
konnten die "Weißen" die "Roten" besiegen. Nach dem 2.
Weltkrieg, in dem Finnland sich vergeblich gegen russische
Gebietsansprüche wehrte, verlor das Land einen großen Teil
Kareliens (Gebiet östlich Finnlands). Nach dem Krieg war
Finnland besonders aktiv an internationalen friedenssichernden
Maßnahmen beteiligt. Auf finnische Initiative fand in Helsinki
1975 die Unterzeichnung der Konferenz über Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa (KSZE) statt.
Die Hauptwirtschaftszweige des Landes sind Metall- sowie Holz-
und Papierindustrie. Finnische Produkte haben einen guten Ruf.
Beispielsweise im Yachtbau liegt Finnland mit den Werften
Baltic und Swan unter den Top Ten der Welt. Wie in Schweden
und Norwegen besitzt der Staat Monopole auf den
Schienenverkehr und auf den Alkoholverkauf. Der Staat ist mit
28% am Gesamtbestand größter Waldbesitzer. Finnland ist
offiziell ein zweisprachiges Land. Neben Finnisch (93%)
sprechen etwa 300.000
Bürger Schwedisch, die meisten davon leben im Schärengürtel an
der Südküste. Samisch, die Sprache der Lappen, ist quasi
halbamtlich. Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört der
evangelisch-lutherischen Kirche an, ca. 1% der
griechisch-orthodoxen Kirche.
Finnland liegt größtenteils in der nördlichen Nadelwaldzone,
während die Südwestküste und die Schären zum kontinentalen
Eichengürtel gehören. Die Kiefer findet sich in über der
Hälfte aller Wälder, die Fichte dominiert zu einem Drittel,
Laubbäume (vor allem Birke, aber auch Eiche, Linde, Esche und
Ahorn) dominieren zu einem Zehntel. Raubtiere wie Bär, Wolf,
Luchs und Vielfraß sind stark dezimiert und kommen nur noch in
einigen Wildmarken vor. Der Elch ist das Paradetier Finnlands,
ca. 120.000 dieser Einzelgänger leben hier.
Finnlands Tourismusgebiete sind die Alandinseln (siehe auch
dort) und der Schärengürtel, die Küste, die Seenplatte,
Ostfinnland, Lappland und die Stadtregionen.
Der Schärengürtel, das sind Myriaden von Inseln, teils grün,
teils nackt, manchmal steht nur eine einzelne Fichte. Die
Schären reichen bis tief in die Ostsee hinein und über die
AlandInseln hinaus. Es gibt unzählige Ankerplätze (das
Paradies für Segel- und Motorbootfahrer). Die Küste ist das
älteste besiedelte Gebiet des Landes mit den ältesten Städten
Finnlands wie Turku, mittelalterliche Grausteinkirchen, alte
Burgen und Festungen wie die bei Hamina und
Loviisa und kleine Küstenstädte mit Holzhaus- vierteln (wie
Porvoo, Tammisaari, Kokkola). Die Seenplatte: Ein Drittel des
Landes sind Seen, teilweise durch Flüsse und Kanäle
miteinander verbunden, Fährschiffsverkehr von Mai bis
September. Es gibt einsame Seen, an denen man allein wohnt,
Inseln mit nur einer Blockhütte, die Sauna mit dem eigenen See
zum Abkühlen.
Die Landschaft in Ostfinnland ist geprägt von tiefen Wäldern
mit dunklen Schluchten, ausgedehnten Mooren mit prall
leuchtenden Beeren, reißenden Flüssen, kilometerlange
Stromschnellen und die "Straße der Runen und Grenzmarken" von
Lappeenranta nach Kuusamo mit den Runensängern.
Lappland heißt Kanu-Fahren, Gold-Waschen, Feuer -Machen. Der
Sommer hat die "ewige" Helligkeit und Temperaturen bis 30°,
die auch die Mücken zu schätzen wissen.
Die Hauptstadt Finnlands, Helsinki, liegt an der Südküste im
Golf von Finnland. Sie wurde 1550 von König Gustav Wasa
gegründet. Sehenswürdigkeiten sind das Empire-Zentrum aus der
1. Hälfte des letzten Jh. mit dem Dom, den Universitäts- und
Regierungsgebäuden, der Marktplatz, die Temppeliaukio-Kirche
(Felsenkirche), die Uspenski-Kathedrale, die größte orthodoxe
Kirche der westlichen Welt, und das Konzertgebäude an der
Bucht Töölönlahti, das von Alvar Aalto entworfen wurde. Der
Stadt vorgelagert liegen die vier Touristeninseln Suomenlinna
mit
der Festung Sveaborg (Gibraltar des Nordens), Korkeasaari mit
dem Zoo, Pihlajasaari, mit dem großen Park, den Felsen, Hügeln
und langen Sandstränden, und Seurasaari, die bewaldete Insel
mit der traditionellen Bauernkultur.
Tampere ist die drittgrößte Stadt Finnlands und die größte
Binnenstadt Skandinaviens. Es liegt malerisch zwischen den
Seen Näsijärvi und Pyhäjärvi (Bootsfahrten). Zu den
Sehenswürdigkeiten gehören der Dom, um die Jahrhundertwende
erbaut im Stil der finnischen Nationalromantik, die Orthodoxe
Kirche im neobyzantinischen Stil und die 1966 nach Entwürfen
des Architektenehepaars Raili und Reima Pietilä erbaute
Kaleva-Kirche, die an einen "metso", Auerhahn erinnert.
Turku ist die älteste Stadt Finnlands, sie liegt an der
Südwestküste. Während der größten Feuersbrunst, die
Skandinavien je erlebte, wurden 1827 über 2500 Gebäude
zerstört. Der Dom ist die bedeutendste mittelalterliche Kirche
in Finnland und zugleich das älteste Gebäude von Turku.
Begonnen wurde der Bau 1229, vollen-
det im 15. Jh.
Die Anreise nach Finnland erfolgt mit dem Auto über die
Fährlinie Travemünde Helsinki (3x wöchentl., 22 Std.) mit
Finnjet oder mit einem Frachtschiff Poseidon Schiffahrt (3x in
14 Tagen, 35 Std.) von Lübeck, mit der Eisenbahn oder dem Auto
über die Vogelfluglinie nach Kopenhagen/Stockholm, dann mit
der Fähre nach Turku oder Helsinki, von Gdansk (Danzig) nach
Helsinki (4x wöchentl., 30-40 Std.), auf dem Landweg durchs
Baltikum und Rußland oder mit dem Flugzeug. Der Europabus
verbindet mehrere europäische Städte über Stockholm mit
Helsinki (Abfahrt Hamburg jeden Abend, Frankfurt und Wien 2x
wöchentlich).
Das Straßennetz in Finnland ist hervorragend, zahlreiche
Brücken über die Seen. Die Eisenbahn mit der russischen
Breitspur bietet noch mehr Bequemlichkeit als schon gewohnt.
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See hat und dieser wiederum seine eigene kleinere Insel und
diese wiederum in der Mitte einen kleinen Teich.
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