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Estland ist die
nordöstlichste und kleinste der drei Baltenrepubliken Estland,
Lettland und Litauen. Es grenzt im Norden an den Finnischen
Meerbusen, im Osten an Rußland, im Süden an Lettland und im
Westen an die Ostsee.
Die Landschaft ist weitgehend flach mit Seen, Wäldern (oft
Kiefernwälder) Sümpfen, Hochmooren und Dünenstränden, im Osten
wird es hügelig an den Ausläufern des Baltischen Landrückens.
Im Zuge des Umbruchs der Sowjetunion erklärte Estland am 30.
März 1990, daß die Besetzung durch die Sowjetunion am 17. Juni
1940 die Kontinuität der eigenständigen Republik nur
unterbrochen hat und daß man die volle Souveränität
wiedererlangen will. Im Mai wurde die Republik Estland
proklamiert. Mittlerweile ist Estland als souveräner Staat
anerkannt (zur Geschichte siehe auch Litauen).
Die Wirtschaft beruht hauptsächlich auf der Landwirtschaft,
Ackerbau (Getreide und Kartoffeln), Milchwirtschaft und dem
Fischfang. Als Rohstoffe besitzt das Land große
Schiefervorkommen, auch Dolomitgestein, Torf- und
Phosphorlager.
Die Hauptstadt Estlands ist Tallinn, das ehemalige Reval an
der Küste des Finnischen Meerbusens. Es wurde nicht nur bei
Tallinn die russische Schreibweise Tallin ersetzt, auch andere
Städte erhielten ihre alten Namen zurück, Kingisepp heißt
jetzt wieder Kuresaare und ZiteliZkaro jetzt Dedoplis-Zkaro.
Sehenswert in Tallinn, das erstmals 1154 erwähnt und von den
Dänen, der Hanse und dem Deutschen Orden erbaut wurde, sind
die pastellfarbenen Barockfassaden auf dem Domberg mit der
AlexanderNewski-Kathedrale aus der Zeit um die
Jahrhundertwende, die über 28 Türme und Türmchen und die
gotischen Kaufmannsstraßen der Unterstadt, die an Lübeck
erinnern (hier waren einige Lübecker Baumeister an der
Arbeit). Das Rathaus stammt aus dem 14. Jh. und ist das
einzige Nordeuropas, das im gotischen Stil errichtet wurde.
Gegenüber dem Rathaus findet man die Ratsapotheke, eine der
ältesten Europas. Wahrzeichen der Stadt ist der 45 m hohe
"Lange Hermann", der aus dem 14. Jh. stammende Turm der alten
Ordensburg. Kulturelle Attraktion der Stadt sind die alle 5
Jahre statt-
Jahre stattfindenden Sängerfeste (zuletzt 1994) mit Sängern
aus dem ganzen Baltikum. Einen Besuch lohnt auch die alte
Universitätsstadt Tartu/Dorpat, die zweitgrößte Stadt des
Landes, die vom Schwedenkönig Gustav Adolf 1632 gegründet
wurde. Die Umgebung lädt zum Urlaub ein, eine fast unberührte
Landschaft an der estnischen Seenplatte. Andere Attraktionen
sind die frühere Hansestadt Pärnu und der Nationalpark Lahemaa
bei Viljandi. In JärveMadise steht ein interessantes
Bauernhofmuseum. Durch die Torfmoore, z.B. das Moor von "Viru
Raba", östlich von Tallinn, mit ihren zahlreichen kleinen
Tümpeln und Seen führen kilometerlange Holzplankenwege.
In der Ostsee vorgelagert sind die Inseln Saaremaa (früher
Ösel genannt) und Illiumaa. Hiiumaa ist eine kleine
Fischerinsel. Hauptort der großen Insel Saaremaa ist Kuresaare,
eine Stadt, die schon im Mittelalter gegründet wurde, mit
schönen Marktplatz und den Back-
steingiebelhäusern und der Festung aus dem 14. Jh. aus dem
Dolomit der Insel, der auch für Gebäude in Moskau und
Leningrad verwendet wurde. Über ein Falltor wird die Festung
betreten, mittendrin steht das Festungsschloß. Die Inseln
waren zu sowjetischen Zeiten militärisches Sperrgebiet, heute
bieten sie sich als interessante Ferieninseln an.
Schilfgürtel, Wiesen, Wacholderbüsche und Vogelbeerbäume
bedecken die Inseln. Die Landschaft prägen zahlreiche
Windmühlen. Eine Sehenswürdigkeit von Saaremaa ist der
Kratersee "Kaalisee" in der Inselmitte, der durch einen
Meteoriteneinschlag entstanden ist.
Tallinn ist mit dem Flugzeug von allen großen europäischen
Städten zu erreichen, mit dem Schiff über Helsinki und
Stockholm. Zugverbindungen bestehen zwischen Berlin und Riga,
weiter nach Tallinn. Zu den Autorouten bis Riga, siehe
Lettland, von Riga problemlos bis Tallinn.
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