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Bulgarien liegt
auf der Balkanhalbinsel im Osten von Jugoslawien, im Süden von
Rumänien und im Norden von Griechenland und der Türkei. Die
Schwarzmeerküste begrenzt den östlichen Teil des Landes.
Der Norden des Landes wird von der Donau und dem
Donauhügelland bestimmt, nach Süden folgen in einer Linie der
Westbalkan, der Hohe Balkan und der Ostbalkan, südöstlich
grenzt das Tiefland der Marica an, die Thrakische Niederung
und im Süden die Rila mit dem höchsten Berg des Landes, Musala
mit 2925 m, und die Rhodopen.
Früheste bekannte Siedlungen im Land waren die der Thraker im
4. Jh. v.Chr., der Staat wurde 681 n.Chr. gegründet. 1396
fielen die Türken ein. Endgültige Unabhängigkeit von der
Türkei erlangte Bulgarien am 5. Oktober 1908. Neben Bulgaren
leben etwa 15% türkische Mosleme und ca. 300.000 "Pomaks",
bulgarische Mosleme, im Land. Ein Viertel der Bevölkerung
gehört dem orthodoxen Christentum an. Amtssprache ist
bulgarisch, daneben werden zahlreiche Umgangssprachen der
Minderheiten gesprochen. Das Klima in den Ebenen ist
mediterran, im Gebirge kontinental.
Der frühere Agrarstaat (etwa die Hälfte des Landes wird
landwirtschaftlich genutzt) ist industriell stark entwickelt
worden. Neben dem Anbau landwirtschaftlicher Produkte
(Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben, Gemüse, Obst, Tabak, Wein)
hat sich besonders die Nahrungsmittel- und
Maschinenbauindustrie etabliert. Der Tourismus spielt bis auf
einige Schwarzmeerorte eine
untergeordnete Rolle.
Die Hauptstadt Sofia beherbergt die größte Kirche auf dem
Balkan, die Alexander-NewskijKathedrale (19. Jh.). Es lohnt
ein Ausflug auf die Berge rund um die Stadt, man erhält einen
lohnenden Blick auf die Altstadt und die Moscheen, die an die
Zeit der türkischen Herrschaft (14. - 19. Jh.) erinnern. Zum
Lebensstil der Sofioter gehören die alten Cafes auf den
Boulevards. Im Zuge von Straßenbaumaßnahmen sind leider in den
letzten Jahren zahlreiche der alten und hohen Kastanien, die
die Boulevards säumten, gefällt worden. Grüne Parkanlagen,
zahlreiche Kneipen, Restaurants und Theater laden zu einem
Besuch ein. In der Umgebung liegen zahlreiche Luftkurorte und
Skigebiete.
Die zweitgrößte Stadt Plovdiv, sie liegt wie Rom auf sieben
Hügeln, hat eine der schönsten Moscheen aufzuweisen, die
Djumaja-Moschee mit ihren neun Kuppeln. Zentrum der
Braunkohlenindustrie ist die Reißbrettstadt Dimitrovgrad, in
der Thrakischen Niederung an der Marica gelegen.
Bulgarien blickt auf eine lange, vom orthodoxen Christentum
geprägte Vergangenheit zurück. Schönstes Beispiel ist das
Rila- Kloster im gleichnamigen Gebirge. Es wurde vor tausend
Jahren gegründet und immer wieder zerstört. Die heutigen
Gebäude stammen fast ausschließlich aus dem 19. Jh., Maler,
die in Bulgarien Rang und Namen hatten, haben die
Klosterkirche mit zahlreichen Fresken ausgemalt. Die Mönche
freuen sich über jeden Besuch, so
st das Kloster zu einem bekannten Ausflugsort geworden.
Die touristischen Zentren liegen an der Schwarzmeerküste, der
bulgarischen Riviera. Die Lagunen von Burgas werden vorwiegend
zur Salzgewinnung verwandt. Bekannte Badeorte sind Nesebar,
Slantschew Brjag und der Goldstrand nördlich von Varna
(Zentrum des touristischen Flugverkehrs).
Das Eisenbahn- und Straßennetz ist gut ausgebaut. Es gibt aber
immer noch wesentlich mehr Mulikarren als Motorfahrzeuge.
Internationale Flughäfen sind Sofia, Plovdiv, Varna und
Burgas.
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