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Das Königreich
Belgien liegt an der Nordsee in Mitteleuropa, Nachbarn sind im
Norden die Niederlande, im Osten Deutschland und Luxemburg und
im Süden Frankreich.
Zunächst wurde das Land im Süden von Germanen und vor allem
Kelten besiedelt, die romanisiert wurden (Gallia Belgica,
daher der Staatsname). Dies ist heute das Gebiet der
französisch sprechenden Wallonen. Nördlich davon siedelten
seit dem 3. Jh. fränkische Salier im heute niederl.
sprechenden Gebiet der Flamen (Flandern). Die Sprachgrenze
verläuft waagerecht durch das Land etwa auf der Höhe von
Brüssel. Die Landschaft Flanderns (Vlaanderen) umfaßt im
Westen Dünen- und Marschgebiet (fruchtbare Niederung), östlich
der Schelde Geestgebiet (trockenes, hochgelegenes Land), in
Mittelbelgien Hügelland, südöstlich des wichtigsten Flusses
Belgiens, der Meuse (Maas) die Berge von Condroz und Hautes
Fagnes (Hohe Venn) mit dem Botrange (694 m), und ganz im Süden
das Ardennenplateau.
In der Region um Eupen und Malmedy liegen die
deutschsprachigen Ostkantone, die zur Provinz Lüttich gehören.
Diese deutschprachige Gemeinschaft umfaßt ca. 66.000
Einwohner. Die Hauptstadt Brüssel, auch eine der Hauptstädte
der Europäischen Gemeinschaft, ist eine weltoffene Stadt.
Sehenswürdigkeiten sind: Grand Place (Großer Markt) mit
Rathaus, "Maison du Roi", "Broodhuis" (beide Spätgotik) und
den Gildehäusern des flämischen Barock, Kathedrale St. Michael
(13. - 16. Jh., Brabanter
Gotik), das Manneke Pis in der Straße hinter dem Rathaus, das
klassizistische Viertel aus dem 18. Jh. mit Park, das Viertel
Sablon mit spätgotischer Kirche und Gartenanlage,
Parlamentsgebäude und Königlichem Palais, die Parkanlage
Mini-Europa, mit über 300 Modellen europäischer Architektur,
und dem Wahrzeichen der Stadt, dem zur Weltausstellung 1958
gebauten Atomium (Modell eines Eisenatoms). Südlich von
Brüssel liegt Waterloo (Napoleons Niederlage 1815) mit
Panoramaschlachtenbildern im Besucherzentrum. Die größte
Hafenstadt ist Antwerpen an der Schelde. Sie ist zudem
Weltzentrum für den Diamantenhandel. Sehenswert in der Stadt
von Rubens sind die Hafenanlagen (Rundfahrten), die Altstadt
innerhalb der Befestigungsgräben (13. Jh.) mit dem Grote
Markt, Rathaus, "Steen (Schiffahrtsmuseum in der alten Burg),
und die Liebfrauenkathedrale. Die drittgrößte Stadt ist Geist,
auf halbem Wege zwischen Brüssel und der Nordsee. Die Stadt
ist von zahlreichen Kanälen durchzogen, mitten im Wasser steht
das 800 Jahre alte Grafenschloß des Philipp von Elsaß, Graf
von Flandern (im Laufe seiner Zeit war es auch Münzstätte,
Gerichtshof, Gefängnis und Baumwollspinnerei, zu sehen sind
heute Krypten, Verliese, Folterkammern und ein
gerichtshistorisches Museum), sehenswert sind die sich im
Wasser spiegelnden Fassaden der Zunft- und Patrizierhäuser,
besonders an den Straßen Graslei und Korenlei, die St.
Michaelsbrücke, der Belfried, die St. Bavo-Kathedrale (romani-
sche Krypta, hoch- bis spätgotisches Kirchenschiff) das
Rathaus und zahlreiche Museen. Andere wichtige Orte sind
Lüttich (Liege) mit Lambertusplatz, dem Palais des
Princes-Eväques, der Kathedrale Saint-Paul und den Maaskais,
Brügge mit seinen Grachten und alten Häusern, der
Heilig-Blut-Basilika (zwei übereinandergebaute Kapellen,
begonnen im 12. Jh.), dem Rathaus aus dem 14. Jh., der alten
Kanzel, einem Renaissancebau aus dem 16. Jh., Löwen (Leuven)
mit der ältesten Universität des Landes und Namur in
Wallonien, an der Pforte zu den Ardennen. Attraktionen sind
die Zitadelle, Dampferausflugsfahrten auf der Maas, die
Dampfeisenbahnstrecken in der malerischen Landschaft von
Viroin und des hohen Maastals, die "Abime"-Prähistorischen
Höhlen und die Neptun-Grotten von Couvin und die Abtei von
Floreffe (1121 gegründet).
In Bracquegnies am Canal du Centre können die hydraulischen
Schiffshebewerke La Louviare mit dem Boot besichtigt werden
(Höhenunterschied 68 m). Die Ausstellung "Die Welt
rundfahrt der Schiffshebewerke" gibt einen Überblick über die
Technologie hydraulischer Schiffshebewerke in aller Welt, wie
über die Anlagen in Anderton (GB), 1875 gebaut, Peterborough
und Kirkfield (Kanada, 1904-1907) und Fontinettes (Frankreich
1888). Die Stadt Eupen ist das Tor zu den Ostkantonen, dem
deutschsprachigen Gebiet Belgiens. Eupen hat zahlreiche
sehenswerte Bauten aus dem 17. - 19. Jh. wie die St.
Nikolauskirche, das Klösterchen, das Rathaus und die
Klosterkirche. Die älteste Stadt Belgiens ist Tongeren,
Knotenpunkt der großen Straßen von Köln und Trier nach
Antwerpon und Brüssel. Ihr 2000-jähriges Bestehen wurde 1988
gefeiert, gegründet wurde Tongeren als die römische Siedlung
Atuatuca Tungrorum. Die Stadt liegt im limburgischen
Kempenland mit sandigen Böden, Kiefernhainen und schöner
Heidelandschaft. Sehenswert sind der Grote Markt mit der
gotischen Liebfrauenbasilika (Antwerpener Schnitzaltar aus dem
16. Jh.) und der ehemalige Beginenhof, ein im 13. Jh. von der
Außenwelt abgeschirmtes Viertel mit Gassen, eigenem
Krankenhaus und eigener Brauerei.
Zweitälteste Stadt Belgiens ist Tournai an der Schelde (Escaut).
Auf Ausflugsbooten (bateau mouche) läßt sich die Stadt, die
für ihre Wandteppiche berühmt war, besichtigen
(Liebfrauenkirche mit ihren fünf romanischen Türmen,
Grand-Place, von mächtigen Giebelhäusern umrahmt). Beliebte
Erholungsgebiete liegen im Osten zwischen Eupen, Malmedy und
St. Vith mit dem grenzüberschreitenden Naturpark Hohe Venn -
Eifel und seinen Talsperren und
Seen, im Süden im Bereich der Ardennen mit seinen verstreut
liegenden Städtchen und Dörfern (Rochefort mit den Grotten)
und die zahlreichen Seebäder an der Nordsee, wie Zeebrücke,
Blankenberge, Oostende und Nieuwpoort. Zeebrücke ist Belgiens
größter Fischereihafen (Hafenrundfahrten, Besuch der Pierre
Vandamme-Seeschleuse, kilometerlange Sandstrände).
Nach Frankreich hat Belgien die meisten 3-Sterne-Lokale, dies
spricht für die gute Küche auch ganz allgemein. Berühmte Namen
Belgiens sind Eddie Merckxs (Radsport), George Simenon
(Kommissar Maigret-Erfinder), Renä Magritte (surrealist.
Maler), Maurice de Bevere (Morris, Erfinder der
Lucky-Luke-Comics) sowie die Renaissance- und Barockmaler
Rubens, Brueghel und Van Dyck. Belgien gilt als das Land mit
dem dichtesten Eisenbahnnetz der Erde. Wegen der geringen
Entfernungen fehlt der Inlandflug-
verkehr. Dafür ist der internationale Flughafen von Brüssel
Drehscheibe für preiswerte Flüge in alle Welt. Fährhäfen nach
England sind Dosten- de und Zeebrügge.
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