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Die Balearen
liegen im westlichen Mittelmeer und liegen etwa 240 km östlich
von Valencia und 82 km vor der Küste von Alicante. Die
Inselgruppe umfaßt die Inseln Mallorca (3.640 qkm), Menorca
(701 qkm), Ibiza (541 qkm), Formentera (77 qkm) und die beiden
kleineren Inseln Cabrera (16 qkm) und Dragonera, sowie über
100 Kleinstinseln.
Die Inselgruppe ist der überseeische Teil des balearischen
Vorgebirges, ein Ausläufer der andalusischen Gebirgskette.
Die ersten Besiedlungen der Balearen erfolgten
im 4. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung,
um 1.300 v.Chr. entwickelte sich die talayoti-
sche Kultur, deren typische Bauweise die turm-
. förmigen Gebäude mit zentralem Raum war. 654 v.Chr. wurde
Ibiza von Karthago erobert, 123 v.Chr. die gesamten Balearen
von Rom. Die Stadtgründungen von Palma und Pollentia (Alcudia)
folgten. Nach dem Zerfall des röm. Imperiums wurden die Inseln
im 5. Jh. von Vandalen, im 6. Jh. von Byzantinern und im 7.
Jh. von Westgoten erobert.
Die muslimische Eroberung erfolgte 902/903,
die Inseln gehörten zum Emirat von C6rdoba
und wurden zu Seestützpunkten ausgebaut für
die Überfälle des Scheichs Al-Andalus gegen
die katalonischen und französischen Küsten.
Die muslimische Herrschaft endete 1229 mit
der Eroberung durch Jaime I., der die Balearen
der katalonisch-argonensischen Krone zuführte.
Nach seinem Tod wurde das "Reino Privativo"
(das private Königreich) unter seinen beiden
Söhnen aufgeteilt, das bis Mitte des 14. Jh.
bestand. Danach wurde das Königreich Mallor-
ca wieder der katalonisch-argonensischen
Krone zugeführt. Die Institution des König-
reichs Mallorca wurde nach dem spanischen
Thronfolgekrieg durch Felipe V. beseitigt.
Die touristische Entwicklung der Balearen begann zu Beginn
dieses Jh., als die ersten Luxushotels gebaut wurden. In den
Anfängen des Tourismus reisten nur Minoritäten (Reiche,
Künstler usw.). Später landeten die ersten Kreuzfahrtschiffe,
im Jahre 1935 wurden 400.000 Touristen gezählt. In den 60er
Jahren entstand der erste touristische Boom (Massentourismus),
ein zweiter folgte in den 80er Jahren nach der
Wirtschaftskrise und Rezession 1973.
Die Balearen halten die vielfältigsten Sportangebote für den
Touristen bereit:
Golf: 11 Plätze mit internationalem Standard, davon 9 auf
Mallorca, ständig werden neue gebaut
Wassersport: Segel- und Windsurfschulen, Angebote für Tauchen,
Rudern, Paddeln, Schwimmen, zahlreiche Regatten und
Wettkämpfe, 60 Yachthäfen (davon 41 auf Mallorca, 9 auf
Menorca, 10 auf Ibiza-Formentera)
Freizeitsport: Radsport (82 Clubs, zahlreiche Rennen),
Bergsteigen, Jagen und Angeln Hauptflughafen ist der
Aeropuerto de San Juan bei Palma de Mallorca, weitere Fluhäfen
gibt es in Mahön (Menorca) und Ibiza, von dort Fährverbindung
nach Formentera. Vom spanischen Festland bestehen
Fährverbindungen von Barcelona und Valencia zu den 'drei
Hauptinseln und Linienverkehr von Mallorca nach Menorca und
Ibiza.
Mallorca
Mallorca ist die größte der Baleareninseln. Die
quadratähnliche Form wird von den beiden Bergketten der Sierra
de Tramuntana im Nordwesten und der Sierra de Levante im
Südosten gesäumt. Dazwischen liegt das Flachland Es
Pla. Die Küste ist an den Abhängen der Bergketten sehr
buchtenreich. An den äußeren Enden der Insel befinden sich die
großen Buchten, im Süden die von Palma und die von Campos, im
Norden die von Alcudia und Pollensa. Die Landschaft dieser
vier großen Buchten ist Marsch- und Sumpfland.
Die höchsten Erhebungen der Insel befinden sich in der Sierra
de Tramuntana, der Puig Major (1.443 m) und die Tausender Teix,
Galatzö, Massanella, Alfäbia und L'Ofre. Die Sierra de Levante
ist sanfter, größter Berg ist der 561 m hohe Sa Talaia Freda.
Das Gestein ist kalkartig mit der Erosionsform der Karste. Es
gibt zahlreiche Höhlen und unterirdische Gänge (Artä, Drac und
Harns).
Die Küstenzonen sind die Haupttouristenzonen. Die schwere
Zugänglichkeit und das Fehlen von Stränden haben die
touristische Erschließung der Bergregion gebremst. Die
landwirtschaftlich genutzte Zone El Pla verblieb außerhalb der
touristischen Entwicklung.
An der Südküste liegt die Hauptstadt der spanischen Provinz
Baleares Palma de Mallorca. Der Hafen wird überragt von der
imposanten gotischen Kathedrale, Palmen säumen die
Uferpromenade einer der schönsten Städte der Welt. Sehenswert
sind die Burg Bellver aus dem 14. Jh., die ehem. Handelsbörse,
das Palais des Erzbischofs, die Avenidas, das Kloster San
Francisco und die wuchtigen Herrenhäuser der reichen
Handelsfamilien.
Die größten Touristenzentren Mallorcas liegen an den Playas de
Mallorca, dem 6 km langen Sandstrand zwischen Ca'n Pastilla
und El Arenal, östlich von Palma. Weitere zahlreiche Strände
liegen zwischen Palma und Puerto de Andraitx im Westen an der
schönen Küsten-
straße, so die Costa de la Calma zwischen Santa Ponsa und
Paguera und die schroffe Felsküste Cala Fornells. Puerto de
Andraitx ist ein hübscher Naturhafen zwischen steilen
Bergflanken, der Ort Andraitx liegt in einem Tal inmitten von
Öl- und Mandelbäumen, sehenswert die Wehrtürme. Vor San Telmo
liegt die kleine, unbewohnte Felseninsel Dragonera. Die
Küstenstraße an der Steilküste im Nordwesten nach Söller
bietet prächtige Ausblicke, die schönsten sind "Mirador de
Ricardo Roca" und "Mirador de Ses Animas". Zwischendrin liegen
rote Tomatenfelder auf von Hand angelegten Terrassen.
Valldemosa ist ein touristisch beliebtes Bergdorf mit dem
ehem. Kartäuserkloster. Bei Buriola liegen die prächtigen
Gartenanlagen aus der Maurenzeit, Raxa und Alfabia. Endstation
der Bahnlinie (erbaut 1912, elektrifiziert 1929) von Palma ist
Söller, eine Bergstadt inmitten Zitronen- und Orangenhainen.
Lohnend ist der Ausflug von hier zu den schönen Bergdörfern
Fornalutx und Biniaraix. Der Hafen Puerto de Söller inmitten
der Felskulisse gehört zu den reizvollsten der Insel.
Aufregend führt die Stichstraße nach La Calobra durch steile
Felsschluchten. Die Fortsetzung der Bahnlinie von Palma nach
Söller ist die Straßenbahnlinie Söller zum Hafen von Söller.
Wegen der enormen Nachfrage durch Touristen sind diese beiden
Bahnlinien die beiden einzigen privaten in Spanien, die
rentabel sind. Die Haupteisenbahnstrecke führt von Palma nach
Inca (28,5 km). Diese Strecke ist als einzige übriggeblieben
vom 215 km langen Streckennetz, das 1921 gebaut wurde.
Die wildeste und bizarrste Küstenlandschaft bietet die
Nordostküste mit der Halbinsel Formentor mit der steilen
Bergstraße zum Leuchtturm vom Cabo Formentor. Südlich befinden
sich die zwei großen Buchten von Pollensa und Alcudia, die
Wassersportzentren des Nordens. Sehenswert sind die Landstadt
Pollensa mit ihrem historischen Kern und den engen Gassen,
Alcudia mit den mittelalterlichen Stadtmauern und Wehrtürmen
und die mallorquinischen Hügeldörfer Santa Margarita und Muro
bei La Puebla.
Vor der Ostküste liegt im Inselinnern die zweitgrößte Stadt,
Manacor (Kunstperlenmanufakturen) mit der gotischen Kirche.
Beliebte Ferienorte sind Puerto Cristo mit den Drachenhöhlen,
die Cala Ratjada mit ihrem Yachthafen, südlich liegen die
Sehenswürdigkeiten Cuevas de Artä, ein Quaderturm aus dem 13.
Jh. und das Castillo de Capdepera (14. Jh.), und der Fischer-
und Yacht-Natur-Hafen Porto Colom.
Der Südosten der Insel ist teilweise noch
unberührt. Landschaftlich reizvoll ist die Cala d'Or mit ihren
Pinienwäldern und die Cala Figuera mit dem "Es Pontas", der
Brücke auf dem Meer. Bunte Fischerhäfen sind Colonia de Sant
Jordi und Porto Petro.
Südlich von Mallorca liegt das Naturschutzgebiet der
Cabrera-Inseln. Höchste Erhebung ist 171 bei Na Picamosques
als Ausläufer der Sierra de Levante. Die steil abfallende
Küste ist sehr schroff.
Menorca
Menorca ist die zweitgrößte Insel des Balearen- Archipels, sie
liegt östlich von Mallorca. Sie ist leicht gewellt mit
abgerundeten Hügeln, höchster Berg ist der 357 m hohe EI Torro.
Menorca
st ruhiger und ursprünglicher, in großen Teilen flach mit
einzelnen Hügeln und kleinen Bergen. An der steilen Küste,
besonders im Norden, gibt es tief ins Land einschneidende
Fjorde.
Hauptstadt ist Mahön im Süden der Ostküste. Sehenswert ist die
Stadtmauer mit dem Tor San Roque, die Kirche Santa Maria und
das Rathaus Casa Consistorial aus dem 17. Jh. Auf der
Halbinsel im Norden der Bucht von Mahön liegt die "Goldene
Farm", Herrensitz von Lord Nelson um 1800 und die
Festungsanlage Fortaleza de Isabel II. Im Süden liegen die
mächtigen prähistorischen Steinbauten Taula und Talayot von
Trepucö, das älteste Bauwerk der Insel ist das Quadersteinhaus
"Naveta d'Es Tudöns" (15. Jh. vor Chr.) im Westen der Insel.
Interessante Ortschaften auf der Insel sind Ciudadela an der
Westküste (ältester Bischofssitz der Balearen) mit der
gotischen Kathedrale, die die Stadt überragt, mit Palästen und
Klöstern und dem alten Hafen, und Mercadal im Inselinneren am
Monte Toro, der mit 350 m höchsten Erhebung der Insel, mit der
Wallfahrtskapelle. Badebuchten liegen bei Arenal d'en Castell,
Punta Prima, Cala'n Porter und Playa de Son Bou. Die Höhle "Cueva
dels Inglesos" an der Nordküste ist nur vom Wasser aus
begehbar.
Ibiza
Ibiza, im Westen von Mallorca gelegen und mit
hren Nachbarinseln Pitiusen-Inseln genannt, ist die weiße
Insel, die Städte ziehen sich mit ihren weißen Häusern die
Hügel bergan, allen voran die Inselhauptstadt Ibiza. Durch den
Festungsgürtel aus dem 16. Jh. sind Ober- und Unterstadt
getrennt. Über der Stadt steht die Festung mit der Kathedrale
und den Kuppeln der Kirche Santo Domingo aus der Zeit zwischen
13.- und 17. Jh., die Unterstadt, Sa Penya, ist die alte
Fischerstadt mit engen Gassen, Geschäften und Lokalen. Heute
ist es, zumindest in den Sommermonaten, touristisches Zentrum
mit Bars, Diskotheken, Modegeschäften, Kitschläden und
Nachtclubs.
Sehenswert ist der barocke Bergort San Josä zu Füßen des
höchsten Berges, dem Sa Talaissa (475 m), und die Fischer- und
Hafenorte Puerto de San Miguel an der Nordküste und San
Antonio Abad an der Westküste mit der Wehrkirche aus dem 14.
Jh., größtes Seebad mit den Sandstränden der Calö de S'Oli,
der Cala Bassa und der Cala Roig vor der kleinen und
unbewohnten Insel Conejera.
Westlich liegen noch zahlreiche Leuchtturminseln wie del
Esparto und Bleda Plana. An der Ostküste liegen die Badeorte
Santa Eulalia del Rio und Cala San Vicente mit der
gleichnamigen Bucht und der Playa d'es Figueral und dem alten
Wachturm Punta de Valls vor der Insel Isla de Tagomago, einem
mächtigen steilen Felsklotz mit Leuchtturm.
Formentera
15 km südlich von Ibiza liegt die kleine Insel Formentera,
insgesamt eine leichte Hochebene mit Steilküsten und weißen
Sandstränden. Die Insel gehört zu Ibiza, größter Ort ist San
Francisco Javier, ziemlich in der Mitte gelegen, mit der
Festung und den Windmühlentürmen (die Windräder fehlen).
Sonntags werden von den weiblichen Bewohnern noch Trachten
getragen. Inselhafen ist Cala Sabina, die natürliche
Hafenbucht im Norden (Fährzeit nach Ibiza 1.00 h). Im Norden
gibt es die große Lagune Estang Pudent und zahlreiche Salinen
zur Meersalzgewinnung. Interessante Orte auf der Insel sind
der Sandstrand der Cala Pujols, der Pinienwald bei dem
Fischerdorf Es Calö, der den höchsten Berg der Insel, La Mola
(192 m) hinaufwächst, die Playa de Mitjorn im Süden und die
Cala Sahona im Westen. Der schönste Leuchtturm steht auf der
Ostspitze zwischen steiler Felsküste, Faro de la Mola.
In Richtung Ibiza liegen einige kleine unbewohnte Inseln wie
Espalmador (inoffiziell, da verboten, FKK-Hochburg) und
Espardell, die zu Tages- und Badeausflügen von Puerto de la
Sabina angelaufen werden.
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