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     Andorra

 

   

Das Fürstentum Andorra liegt in Südwest-Europa an den Abhängen der östlichen Pyrenäen, es wird von Frankreich im Norden und Spanien im Süden völlig umgrenzt. Das Land charakterisiert der Gegensatz zwischen steilen, großteils verschneiten Gipfeln bis fast 3000 m, den ruhigen Flußtälern der Valira mit ihren beiden Quellflüssen Nord- und Ost-Valira, die in der Hauptstadt Andorra la Vella zusammenfließen, zahlreichen Hochgebirgsseen und Bächen mit Stromschnellen und Wasserfällen. Die Höhenlagen reichen von 800 m im Süden, wo der Valira die Grenze nach Spanien überfließt, bis zu 2951 m im Norden am Pla de l'Estany.
Die Regierungsform Andorras ist einmalig in der Welt. Noch aus alten Lehenszeiten steht das Fürstentum unter der Herrschaft des Bischofs von La Seu d'Urgell in Spanien als Vertreter des Papstes und dem Präsidenten der Französischen Republik als Rechtsnachfolger der früheren Grafen von Foix, mit Sitz in Perpignan, Frankreich. Diese beiden Fürsten üben Schutzfunktionen aus mit dem Recht, in die legislative Gewalt und die öffentliche Ordnung einzugreifen.
Tatsächlich aber wird das Land von einem Allgemeinen Rat regiert, der aus Vertretern der sieben Gemeinden gewählt wird. Die Geschichte Andorras soll der Legende nach auf die Gründung durch Kaiser Karl den Großen zurückzuführen sein. Erste urkundliche Erwähnungen der Gemeinden von Andorra, die zur Grafschaft von Urgell gehören, finden sich in

der Weihungsurkunde der Kathedrale von La Seu d'Urgell aus dem Jahre 839. Nach Streitigkeiten zwischen dem Grafen von Foix und dem Bischof von Urgell, die beide die Souveränität beanspruchten, wurde am 8. September 1278 die "Pareatges" unterzeichnet, eine noch heute gültige Urkunde, die die Institution des Fürstentums besiegelte und damals den jährlichen Wechsel der Abgabenzahlungen an die beiden Fürsten regelte.
Das Klima entspricht seiner Gebirgslage. Doch machen sich auch mediterrane Einflüsse bemerkbar (das Mittelmeer ist 100 km entfernt), die Sonnenscheindauer mit klaren blauen Himmeln ist in Andorra größer als in anderen Pyrenäengebieten.
Die Bevölkerung besteht zu 30% aus Andorranern, die ethnisch zu den Katalanen gehören, zu 50% aus Spaniern und zu 10% aus Franzosen. Sie sind Katholiken und sprechen entsprechend ihrer Herkunft katalanisch, spanisch und französisch.
Die Wirtschaftsfaktoren Andorras sind Fremdenverkehr und Handel. Eine eigene Währung gibt es nicht, es gelten der Französische Franc und die Spanische Peseta. Es gibt jedoch eigene Briefmarken und Sammlermünzen.
In den Bergen Andorras findet man noch Adler und Geier, Wildschweine, Bergkatzen und wilde Pyrenäenziegen. Die typische Blume des Landes ist die Grandalla, eine Narzissenart, die die Wiesen zu weißen Teppichen macht und deren sechs Blütenblätter die sechs ursprünglichen

Pfarreien symbolisieren.
Andorra ist im Winter das ideale Skiparadies. Die Skigebiete sind Pas de la Casa-Grau Roig an der Grenze nach Frankreich, die Region Soldeu-El Tarter, Arinsal, Pal und ganz im Norden Arcalis.
Im Sommer sind es die das ganze Land durchziehenden Wanderwege, die die Touristen anziehen. Und überall in den Bergen findet man traumhafte Bergseen. Der größte ist der Engolaster-See (800 x 300 m) in 1600 m Höhe, zu dem vom nördlichen Ortsrand von Les Escaldes (der Name stammt von den Thermalquellen) eine Seilbahn führt. Unweit des Sees steht die Kirche San Miguel mit dem herrlichen lombardischen Glockenturm aus dem 12. Jh.
Die Hauptstadt Andorra la Vella liegt am Fuße des Enclar-Gebirges in einem prächtigen Tal. Mit 1029 m Höhe ist sie die höchste Hauptstadt Europas. "Vella" bedeutet hier nicht "alt", sondern "Stadt" im Unterschied zum übrigen Land. Die größten Städte des Landes Andorra La Vella und Les Escaldes-Engordany fließen ineinander über und beherrschen die drei Täler der Valira. Andorra kann von Spanien mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Barcelona (200 km, Flugha-

fen) bis Puigcerdä mit der Bahn und von da mit dem Linienbus über La Seu d'Urgell bis Andorra la Vella erreicht werden. Mit dem Auto auch von Barcelona über Igualada, Calaf, Ponts, La Seu d'Urgell, von Frankreich über ToulouseBlagnac (180 km, Flughafen) mit der Bahn nach Aix-les-Thermes, l'Hospitalet oder La Tour de Carol (auf der Strecke Toulouse-Perpignan) und von diesen drei Bahnhöfen mit dem Linienbus nach Andorra. Mit dem Auto von l'Hospitalet oder La Tour de Carol bis Pas de la Casa an der Grenze und dann über den mit 2407 m höchsten Paß der Pyrenäen Port d'Envalira führt der Weg nach nach Andorra la Vella.

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