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     Albanien

 

   

Albanien liegt an der Südostküste der Adria, Nachbarn sind im Norden Montenegro und Jugoslawien, im Osten Mazedonien und im Süden Griechenland.
Es hat ein schroffes Gebirge, das zwei Drittel der Landesfläche bedeckt und in Nordsüdrichtung verläuft. Die im Norden flache Küste ist von den Flüssen aufgeschwemmt worden, sie ist zum Teil sumpfig und hat zahlreiche Lagu-

nen. An der albanischen Riviera befinden sich Strände, sie liegt im Süden, wo sich das Bergland mit Steilküsten bis zum Meer ausdehnt. Der Waldbestand ist mit einem Drittel der Landesfläche gegenüber anderen Mittelmeerländern sehr groß. Wegen der seit Jahrhunderten umkämpften Region findet man in fast jeder Stadt eine Festungsanlage, z.T. allerdings nur noch als Ruine.

Haupterwerbszweige der Bevölkerung sind die Eisenindustrie, der Abbau von Chrom- und Eisenerzen und landwirtschaftliche Betriebe mit Tabak- Oliven-, Weintraubenanbau und Schafzucht. Albanien ist eines der ärmsten Länder Europas.
Die Bevölkerung sind Albaner, sie nennen sich selbst Skipetaren und führen ihre Abstammung auf die Illyrer zurück, mit kleinen Minderheiten, hauptsächlich Griechen. Wie alle Bergvölker scheinen sie zunächst unnahbar und jedem Fremden gegenüber mißtrauisch. Es gibt zwei Sprachdialekte, Gheg nördlich des Flusses Shkumbi und Tosk südlich davon. Die offizielle albanische Sprache basiert auf Tosk. Nach der Ära des "atheistischen Staates" ist die hauptsächliche Religionsgemeinschaft die der Muslime.
Der Waldbestand setzt sich hauptsächlich aus Eichen, Kastanien, Buchen und Kiefern zusammen. Neben Hirschen, Gemsen und Wildschweinen gibt es noch Bären, Wölfe und Adler, das Wappentier Albaniens.
Die Hauptstadt Tirana liegt eingebettet in eine grüne Hügel- und Waldlandschaft, die typisch südländischen Gebäude erinnern an eine bessere Zeit. Der Hauptplatz ist der Skanderbegplatz mit der Ethem-Bey-Moschee (1819, Malerei in den Arkaden), benannt nach dem Volkshelden Skanderbeg, eigentlich Fürst Gjergj Kastriota, der im 15. Jh. Albanien einte und während seiner Regentschaft vor dem Einfall der Türken bewahren konnte.
Die Haupthafenstadt des Landes ist Durrös, ca. 30 km westlich von Tirana gelegen. Aufgebaut wurde die Stadt auf dem antiken Dyrrhachion, Zeugen sind das Amphitheater, Badehäuser und Stadtmauern. Beliebtester Strand der Albaner ist Durrös-Plazh.
In Apollonia nahe der Stadt Fier steht die Klosterkirche des orthodoxen Klosters (13. Jh). Die Steilküste mit zahlreichen Buchten der albanischen Riviera liegt zwischen den beiden Städten Vlorä (Vlora) und Sarandö (Saranda). Badeorte sind Ujä i Ftohtö und Dhermi. Sarandä war schon seit der Antike eine Hafenstadt, heute gibt es einige Hotels, eine Hafenpromenade und Strände. An der Grenze zu Griechenland liegt Butrint am gleichnamigen Binnensee (Badestrände), der nur durch eine schmale Landenge vom Ionischen Meer getrennt ist. Von hier hat man einen Ausblick bis zur griechischen Insel Korfu. Attraktion ist die römische Akropolis, auf der die mittelalterliche Burganlage mit Basilika gebaut wurde.
Shkodör (Shkodra), 40 km hinter der Grenze zu Montenegro, liegt am Ostufer des Shkodör-

Sees (385 qkm). Es ist als Industriestadt für Nahrungsmittel und Holzverarbeitung Zentrum Nordalbaniens. Typisch ist die Mischung aus Gebäuden der Jahrhundertwende, Basaren und sozialistischer Architektur. Sehenswert ist die Festung Rozafa, von der man einen Panoramablick bis hin zur Adria hat.
Südlich von Shkodör liegt an den Ufern der Drin Lezhö (Lezha) mit sehenswerter Altstadt und Zitadelle.
Am Südwestufer des Ohridsees (360 qkm, auf 690 m Meereshöhe), Grenzsee zu Mazedonien, liegt der Badeort Pogradec mit Resten einer von Illyrern gebauten Festungsanlage. Östlich des Ohridsee liegt ebenfalls als Grenzsee der Prespasee (Inselkapelle), an dessen Ufern albanische Makedonier leben.
Im Norden Albaniens findet man an viele Bauernhäuser einen Wehrturm angebaut, ein Relikt aus der Zeit, als diese Region von Türken und Nachbarn umkämpft war.
Außer den wenigen Hauptverkehrsstraßen von Tirana nach Norden zur Grenze von Montenegro sind die meisten Straßen nicht asphaltiert. Es besteht eine Eisenbahnverbindung zum europäischen Netz von Tirana über Durrös nach Podgorica in Montenegro an der Strecke Bar - Beograd. Hauptverkehrsmittel sind neben Kraftfahrzeugen (ca. 1 Mio., seit 4 Jahren sind Privatfahrzeuge erlaubt) nach wie vor Eselskarren. Eine Reise in das Land erinnert an eine Reise in die Vergangenheit zu Beginn dieses Jahrhunderts. Es bestehen Flugverbindungen von Tirana in europäische Großstädte.

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