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Die Aland-Inseln
(finnisch Ahvenanmaa) liegen zwischen Finnland und Schweden,
sie grenzen die Ostsee im Norden vom Bottnischen Meerbusen ab.
Sie gehören zwar zu Finnland, sind aber selbstverwaltet, d.h.
die Einwohner besitzen eine örtlich-nationale
Staatsangehörigkeit, das sog. Älandische Heimatrecht mit
eigener Nationalflagge (seit 1954 mit Elementen der finnischen
und schwedischen Flagge, eine blau, gelb, rote Kreuzflagge),
seit 1984 mit eigenen Briefmarken und vor allem mit der
Garantie, weiterhin schwedisch sprechen zu können. Dazu gehört
auch, daß die Inseln demilitarisiert sind und atomwaffenfrei.
Der Archipel besteht aus der Hauptinsel mit der Hauptstadt
Mariehamn, den durch Brücken und Fähren miteinander
verbundenen Inseln Eckerö, Geta, Saltvik, Sund, Föglö, Värdö,
Kökar, Sottunga, Kumlinge, Ecklinge, Björkö, Brandö und Bolmö,
sowie tausender Kleinstinseln und Schären (ca. 6500
insgesamt), die im Osten in das Schärengebiet von Turku
(Finnland) übergehen. Die Inseln sind flach bis leicht
hügelig, höchster Punkt ist der Orrdalsklint auf der
Hauptinsel mit 128 m. Die Inseln haben tief einschneidende
Buchten, dadurch für die jeweilige Größe eine riesige
Küstenlinie, zu den Buchten gesellen sich noch einige
Binnenseen. An den Küsten befinden sich Klippen, Strände,
Schilfgürtel und Tangbänke. Die Schären sind zumeist glatte,
runde, nackte Felsen, teilweise mit Bäumen bewachsen. Das
Inselinnere sind landwirtschaftlich genutzte Äcker, Moore und
Wäldchen.
Das Klima ist wegen der Meereslage wesentlich gemäßigter als
die geografische Breite vermuten läßt. Die Temperaturen
steigen im Sommer über 20°, im Winter bleiben sie über 6°.
Der Haupterwerbszweig liegt in der Landwirtschaft, hier
besonders der Anbau von Zuckerrüben, Kartoffeln und Äpfeln.
Zunehmend gewinnt der Tourismus an Bedeutung, die Inseln sind
ein Dorado für Radler, Angler und Bootfahrer. Äland ist
berühmt als Spinnangelrevier auf Hechte und Lachsforellen. Im
Winter erfreut sich das Eisfischen mit Blinkern immer größerer
Beliebtheit. Mit einem Fischfremdenführer
kann man sein Anglerglück unterstützen, er weiß, wo die Fische
stehen. Angelkarten erhält man in den Touristikbüros und in
Geschäften auf dem Land.
Der Segler und Motorbootfahrer findet 14 Gästehäfen,
zahlreiche Naturhäfen und einsame Ankerbuchten. An
Privatstegen anzulegen, ist tabu. Von Mitte April bis Mitte
Juni sollte man auf brütende Seevögel besondere Rücksicht
nehmen.
Einer der schönsten Golfplätze des Nordens is die
27-Loch-Anlage in Kastelholm. Ein Tip ist das Wirtshaus, das
für alle offensteht, hier werden älandische Spezialitäten
geboten, die man mit Blick auf das alte Schloß genießen kann.
Kunstfreunde besuchen die ehemalige Künstlerkolonie Önningeby,
sie ist heute Museum für äländische Kunst. Zu den
Sehenswürdigkeiten gehören die teilweise aus dem 12. Jh.
stammenden mittelalterlichen Kirchen, die Ruinen der
mittelalterlichen Festung Bomarsund auf Sund, die Schloßruine
Kastelholm auf Sund (13. Jh.), die Lindenwerft, die noch heute
Großsegler im alten Stil baut, die Viermastbark Pommern im
Hafen von Mariehamn, das
Postrottenmuseum in Eckerö (zur Postbeförderung zwischen
Schweden und Finnland wurden Bauern zu Rotten
zusammengestellt, die die Post mit Ruderbooten über die See
beförderten) und die zahlreichen Heimatmuseen (z.B. das
Gefängnismuseum von Kastelholm, das das Leben Gefangener in
verschiedenen Jahrhunderten zeigt). Es gibt auf den Inseln
zahlreiche Bäder mit Sandstränden, hübsche, kleine
Fischerdörfer mit Häfen, zahlreiche Marinas, einsame Buchten
und Inseln.
Auf der im klassischen Stil eines 3-Mast Gaffelsegelschoners
(ein Schoner hat gleich hohe Masten, bei einem Gaffelsegel
läuft das Segel nicht in Dreiecksform zur Mastspitze, sondern
wird oben an einer Querstange, der Gaffel, gehalten, es ist
viereckig) neu gebauten Linden kann man in Ausflugsfahrten die
Schärenwelt vor der Küste Mariehamns kennenlernen. Die Linden
hat eine Länge von 48 m, eine Segelfläche von 632 qm und
bietet 33 Kojenplätze. Äland hat eine lange Seefahrttradition.
60%
der finnischen Handelsflotte ist von hier aus tätig. Während
der Zeiten der großen Segelschiffe bis zu Beginn dieses
Jahrhunderts waren die Kapitäne von Äland mit den schnellsten
Seglern unterwegs, um möglichst schnell den frischen Fisch in
Stockholm auf den Markt zu bringen.
Fährverbindungen mit Autofähren bestehen zwischen Marieham und
Stockholm sowie Kapellskär in Schweden und Turku sowie
Naantali in Finnland. Innerhalb Älands gibt es folgende
Fährhäfen mit Autofähren: Hummelvik, Enklinge, Kumlinge, Lappo,
Torsholma, Brando, Osnas, Langnas, Sottunga, Huso, Krykogardso,
Kokar, Galtby, Prasto, Tofto, Sando, Simskala, Svino und
Dergerby. Flugverbindungen bestehen von Helsinki, Turku und
Stockholm. Das 900 km lange Straßennetz auf den Inseln ist gut
ausgebaut, gerade die Nebenstraßen mit wenig Autoverkehr
eignen sich ausgezeichnet für ausgedehnte Fahrradtouren.
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