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Die Kykladen sind
die eigentlichen, typisch grie chischen Inseln, wie man sie
von Prospekten kennt: Weiß getünchte Häuser mit blauen und
roten Türen, Toren, Treppen und Kuppeln, die sich wie auf den
Fels gemalt an die Hügel schmiegen, Kirchen und Klöster mit
den in Rundbögen hängenden Glocken, Windmühlen, antike Säulen
und Fischerhäfen in azurblauen Buchten. Nach dem
altgriechischen Wort "kyklos" - Kreis bezeichnete man
ursprünglich mit "Kykladen" alle in einem Kreis um Delos
gelegenen Inseln.
Amorgos (134 qkm, 2000 Einw.)
Die von einem Höhenrücken (bis 820 m) durchzogene lange und
schmale Insel hat viele Badestrände (Kalotaritissa, Paradissia,
Arkessini oder Faros), die man entweder zu Fuß oder mit einem
Kaiki (Touristenboot im Stil eines Fischerbootes) erreichen
kann. Der Hauptort Amorgos liegt in den Bergen (venezian.
Gipfelkastell), Häfen sind Katapola und Egiali. Nordöstlich
von Amorgos erhebt sich auf einem Felsen 300 m über dem Meer
das Marienkloster Hozoviotissa.
Anafi (38 qkm, 1000 Einw.)
Anafi liegt ca. 20 km östlich von Thira. Es hat felsige Küsten
mit vielen einsamen Buchten. Nach der Mythologie war sie
Zufluchtsort der Argonauten in einem schweren Sturm. Der ein-
zige Ort der Insel ist Anafi bzw. Hora, er liegt im Zentrum
der Insel. Östlich liegt das Kloster Panagia Kalamiotissa (18.
Jh.), das über den Fundamenten des Apollon-Aigletos-Tempels
errichtet wurde. Sandstrände finden sich im Süden der Insel.
Über die Grenzen der Insel bekannt sind die Volksfeste der
Anafioten und ihre Tänze.
Andiparos / Antiparos (34 qkm, 800 Einw.)
Die Satelliteninsel von Paros mit ihren einsamen Sandstränden
liegt südwestlich vom Hafen Paros (Fährverkehr). Attraktion
der Insel ist die Tropfsteinhöhle auf dem Agios-loannis-Hügel
in 350 m Höhe. In der Umgebung liegen weitere kleine Inseln,
die nur von Wildkaninchen und Tauben bevölkert sind.
Andros (380 qkm, 10.000 Einw.)
Andros ist eine der fruchtbarsten Inseln mit Pinienhügeln,
Olivenhainen, Feigenbäumen, Zitronen- und Orangenplantagen und
Weinbergen. Die Südwestküste ist steil, die Nordostküste läuft
in langen Tälern flacher zum Meer aus. Es gibt zahlreiche
große Buchten mit von Felsen umrahmten Sandstränden (Gavrio,
Batsi, Korthio). Die Insel hat zwei Häfen, Gavrio (Südküste)
und die Hauptstadt Andros (Nordküste). Dilos / Delos (3,5 qkm,
keine Bewohner zugelassen!)
Nur 500 m südwestlich von Mykonos liegt das Heiligtum der
Griechen, Delos, nach der Sage Geburtsstätte von Apollon und
seiner Schwester Artemis. Zusammen mit der Nachbarinsel Rinia
werden sie Dili genannt. Über tausend Jahre war Delos
politischer und religiöser Mittelpunkt der Ägäis, neben Delphi
das bedeutendste Apollonheiligtum: drei Apollontempel und
Schatzhäuser, Artemistempel, Schiffs- und Säulenhalle,
Dionysostempel und weitere Heiligtümer. Der Schiffsanlegeplatz
liegt auf der Westseite der Insel, hier ist der einzige Zugang
und auch Eintrittskartenverkauf. Die Insel wird von Wächtern
mit langen Flinten bewacht. Es empfiehlt sich daher nicht, mit
einem Boot eine andere Bucht anzulaufen. Regelmäßige
Schiffsverbindungen von Mykonos.
Folegandros (32 qkm, 1000 Einw.)
Die Insel ist karg und fast unfruchtbar, hat aber schöne
Felsen- und Sandbuchten. Die wenigen Feldfrüchte wie Getreide
und Bohnen werden auf Terrassen angebaut. Hauptort ist Hora,
er ist auf einem Bergplateau etwa 150 m über dem Meer erbaut.
Die Außenmauern der Häuser bilden einen dichten Festungsring.
Sehenswert sind die Marienkirche und die Tropfsteinhöhle
Hrissopilia, 30 m über dem Meer, mit antiken Inschriften.
los (105 qkm, 2000 Einw.)
Die kleine Insel ist recht unwegsam, die Siedlungen liegen
alle in einem Tal. Hauptverkehrsmittel zu den draußen
liegenden Weinbergen und Olivenhainen und Klöstern ist der
Esel. Hauptort ist Hora mit den Windmühlen auf den
Nachbarhügeln. Ormos ist ein schöner kleiner Hafen. Ausflüge
zu Fuß oder mit dem Esel zum Kloster Kalamos, zur antiken
Tempelruine bei Psathi oder zur Badebucht Manganan.
Kea (121 qkm, 5000 Einw.)
Die gut 500 m hohe Insel mit kahlen Bergflanken, wird von
Felsschluchten durchzogen. Es gibt fruchtbare Täler, besonders
im Westen, die Ostküste fällt steil ins Meer. Hauptort ist Kea
(Hora) mit seinen 15 Kirchen und den malerischen Bogengängen,
der einzige Ort, der nicht am Wasser liegt. Hafen Keas ist
Korissia an der Westküste. Auf der Insel stehen zahlreiche
Windmühlen, einsame Kapellen und Klöster (Panagia Kastriani
bei Otzia).
Zwischen Kea und dem Festland liegt die Insel Makronissi.
Kimolos (35 qkm, 1500 Einw.)
Die Insel ist weiß wie die Kreide, die hier abgebaut wird (bei
Prassa im Norden). Hauptort ist Kimolos mit seinem alten und
neuen Dorf. Das alte Dorf ist so angelegt, daß die Häuser eine
Wehrmauer mit Schießscharten bilden. Es gibt nur vier Zugänge.
Fährhafen ist Psathi.
Kithnos (86 qkm, 1500 Einw.)
Die Insel war im Altertum durch den "Kythnischen Staat" von
Aristoteles bekannt. Sie ist schroff und hat einen kargen
Boden, jedoch auch zahlreiche Weinberge und Feigenbäume.
Hafenstadt ist Merihas, der Hauptort liegt oberhalb der Küste
in nordöstlicher Richtung. Das Thermalbad Loutra liegt im
Norden.
Mikonos / Mykonos (86 qkm, 4000 Einw.) Die weltweit
bekannteste Kykladeninsel ist wohl Mykonos. Sie vereinigt alle
Schönheiten, ob man sie nun vom Wasser oder von den Hügeln, in
die der Ort eingebettet liegt, betrachtet: Weiße, ineinander
verschachtelte kubische Häuser mit bunten Dächern, zahllose
Kirchen und Klöster, Windmühlen, malerische Häfen und Buchten
mit Sandstränden. Hauptort ist Mikonos mit der berühmten
Paraportiani-Kirche (17. Jh.) und ihren vier Kapellen.
Zweitgrößter Ort ist Ano Merä in den Bergen östlich der
Hauptstadt. In der Nähe steht das Kloster Paleokästrou und ein
venezianisches Kastell. Spezialität ist der scharf gepfefferte
Kopanisti-Käse. Mikonos ist das große Touristenzentrum der
Ägäis wie Ibiza auf den Balearen.
Milos (151 qkm, 5000 Einw.)
Milos ist im Gegensatz zu den anderen westlichen
Kykladeninseln vulkanischen Ursprungs.
Sie ist die Insel der Aphrodite, der Göttin der Liebe, deren
Abbild "Venus von Milo" hier gefunden wurde (steht heute im
Louvre, Paris). Die Insel bildet ein "U". Der nordöstliche
Flügel ist fruchtbar, hier liegen fast alle Inselorte. Die
Hauptstadt Plaka steht auf einem Plateau 200 m über dem Meer
(fränkische Festung, byzantinische Kirchen), Hafenstadt ist
Adamas an der Ostküste. Die antike Stadt Melos (Katakomben aus
frühchristlicher Zeit) lag unterhalb des Dorfes Tripiti mit
Blick auf die Trabanteninsel Antimilos (Andimilos).
Naxos (448 qkm, 18.000 Einw.)
Naxos ist die größte und fruchtbarste Kykladeninsel (Getreide,
Oliven, Wein, Obst, Gemüse, Zitrusfrüchte), sie ist üppig
bewaldet, aus der Hügellandschaft ragen drei um tausend Meter
hohe Berge, größter ist der Zia (1008 m) im Süden. Der Süden
ist überhaupt recht unwegsam, die meisten Ortschaften liegen
an der nördlichen West- und Ostküste. Hauptort und Fährhafen
ist Naxos an der Westküste. Auf der kleinen durch eine Mole
mit der Stadt verbundenen Insel Palatia steht der Tempel des
ApolIon und ein riesiges Marmortor, die Portara (5,55 m hoch,
3,65 m breit). In Apollonas und in Melanes hat man zwei
Kolosse von Überlebensgröße gefunden, die archaischen Kouroi
(Jünglingsfiguren).
Paros (192 qkm, 8.000 Einw.)
Paros ist eine fast kreisrunde Inseln. In der Mitte einer
fruchtbaren Hügellandschaft (Wein, Oliven, Getreide, Obst und
Gemüse) steht der Profitis Was (771 m), der Marmorberg der
Insel. Hauptort und Fährhafen ist Paros / Parikia an der
Westküste. Prunkstück des Museums ist die "Ungeflügelte Nike"
aus dem 5. Jh. v.Chr. Ein Muß für den Besucher ist die Kirche
Ekatöntapiliäni (5./7.Jh.) mit Reliquien, Ikonen und Fresken.
Naoussa beherbergt ein Ikonenmuseum, das Hafenbecken ist
marmorgefaßt. Schöne Badestrände sind bei Drios, Aliki und
Pisso Livadi.
Rinia (14 qkm, keine Einw.)
Im Altertum hieß diese Insel Rheneia. Der Süden der Insel
diente als Grabstätte, da ab 425 v.Chr. auf der heiligen Insel
Delos niemand mehr geboren, noch sterben oder begraben werden
durfte. Alle Gräber wurden hierher verlegt. Im Nordteil der
Insel entstanden zu dieser Zeit Zweitwohnungen der Bewohner
von Delos. Serifos (73 qkm, 2000 Einw.)
Hauptort der Insel mit ihren zahlreichen Buchten ist Serifos
mit seinen Pflastersteingassen, Kirchen und der alles
überragenden venezianischen Festung oberhalb des Hafens Livadi.
Die schönsten Strände befinden sich im Südwesten
bei Mehalo Livadi und Koutalas.
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