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Alle Inseln der
Ägäis gehören zu Griechenland, mit Ausnahme der am Eingang zu
den Dardanellen liegenden türkischen Inseln Bozca, Ada und
Imroz. Die Ägäis ist der Teil des Mittelmeers, der zwischen
der griechischen Ostküste und der türkischen Westküste liegt,
die südliche Begrenzung ist Kreta (siehe dort). Von Nord nach
Süd handelt es sich um folgende Inselgruppen: Thrakische
Inseln, Nördliche Sporaden und Eviagruppe im Westen,
Kleinasiatische Inseln im Osten, Kykladen, Saronische Inseln,
Argolische Inseln im Westen, Dodekanes-Inseln im Osten und die
Kithiragruppe südlich des Peloponnes. Die Inseln sind mit
Fähren und durch das innergriechische Flugnetz der Olympic
Airways zu erreichen.
Die Beschreibung der Inseln erfolgt in der Reihenfolge von
Nord nach Süd, bei den Kykladen alphabetisch.
Thrakische Inseln
(Fährverbindungen von Kavala und Alexandroupoli)
Thassos (379 qkm, 16.000 Einw.)
Die nördlichste ägäische Insel liegt vor der Bucht von Kavala
in Ostmakedonien. Thassos, nach der Mythologie die Insel der
Sirenen, ist bergig und stark bewaldet (Platanen, Eichen,
Zedern und Pinien). Die Flanken des Bergrückens Ipsärion (1127
m) fallen zur Nord- und Ostküste steil ab (mit wilden
Schluchten und Strandbuchten), die Westküste mit ihren langen
Stränden und Ölbäumen läuft flach aus. Um die gesamte Insel
führt eine Ringstraße. Hauptort ist Limenas oder Thassos an
der Nordküste mit antiken Festungsanlagen (mit Akropolis,
Agora und Tempel). Die schönsten Fischer- und Bergorte auf der
Insel sind Potamia mit seinen Obstgärten an der Ostküste,
Theolögos, ein Bergort mit Blick auf Athos und Limenaria an
der Südwestküste.
Samothraki (178 qkm, 4000 Einw.)
Das Samos des Thrakischen Meeres liegt 38 km südlich der
thrakischen Küste und besteht aus einem Bergmassiv (höchster
Berg ist der Fengär, 1448 m), das nach Westen über leichte
Hügel flach in eine Strandlandschaft ausläuft.
Die Hauptstadt Samothraki liegt etwas versteckt in den Bergen
und ist über den Hafen von Kamariotissa zu erreichen. An der
Nordküste liegt bei Paleopolis das Heiligtum der "Großen
Götter" (Säulenhalle, Nike von Samothrake), weiter östlich
Therma mit seinen Schwefelquellen.
Limnos (477 qkm, 20.000 Einw.)
Die wie ein Schmetterling geformte Insel ist flach bis auf
leichte Erhebungen im Westen und Süden und weist zahlreiche
Buchten mit Sandstränden auf. Auf den fruchtbaren Ebenen wird
Getreide und Baumwolle angebaut. Hauptstadt ist Mirina an der
Westküste. Sie liegt zwischen zwei Sandbuchten vor einem 370 m
hohen Bergrücken, auf dessen Ausläufern direkt über dem Hafen
die gewaltige Festung steht. Am Nordwestkap steht der höchste
Berg der Insel, der Sköpia mit 430 m. Auf der Südseite der
Landenge in der Inselmitte liegt Moudros im gleichnamigen Golf
(Schwammtauchen). Bei Kontopouli an der Ostküste befindet sich
eine große Salzlagune. Achtung: Manche Strände der Insel sind
militärisches Sperrgebiet.
Nördliche Sporaden
(Fährverbindungen von Thessaloniki, Volos und Kimi)
Skiathos (61 qkm, 3.500 Einw.)
Skiathos ist die westlichste Insel der Nördlichen Sporaden und
liegt vor der Halbinsel Magnisia. Sie ist hügelig (höchste
Erhebung ist der Karafiltsanäka, 427 m) mit Pinien- und
Kiefernbestand, der Norden ist felsig, die schönsten Buchten
mit Sandstränden liegen auf der Südseite. Einzige größere
Siedlung ist Skiathos mit seinen bunten Häusern und dem
Hafenkastell auf dem Felsen, der den Hafen teilt. Vor dem
Hafen liegen weitere kleine, felsige Inseln, die größte,
Tsoüngrias, weist schöne Sandstrände auf.
Seelos (96 qkm, 4000 Einw.)
Die größte Insel der Nördl. Sporaden bildet ein Plateau mit
bewaldeten Hügeln (lpsilo, 680 m), das nach Westen flach
ausläuft und fruchtbar ist (Pflaumen, Oliven, Wein). Hauptort
ist Sköpelos an der Nordküste mit Sandstränden und
Pflaumenhainen. Von den über 350 kleinen Kirchen stehen allein
120 in diesem kleinen Ort.
Alönnisos (62 qkm, 1000 Einw.)
Der Nordteil der Insel ist bergig (490 m), stark zerklüftet
und steil. Nur der Süden ist fruchtbar und besiedelt. Der Ort
Alönnisos, schön auf einem Felsen gelegen, ist vom Erdbeben
1965 stark beschädigt worden.
Die östlich und nördlich gelegenen Nachbarinseln Peristera,
Skäntzoura, Kira Panagia, Gioura, Piperi und Psäthoura haben
teilweise kleine Dörfer, Klöster und Sandstrände zum Baden.
Fvia-Gruope
(Straßenbrücke nach Halkida, Fährverbindungen von Kimi auf
Evia)
Evia (Euböa) (3580 qkm, 160.000 Einw.) Nach Kreta ist Evia die
zweitgrößte griechische Insel mit einer Länge von 160 km und
einer größten Breite von 20 km. Bei der Hauptstadt Halkida (Chalkis)
berührt sie fast griechisches Festland, dort steht eine
Straßenbrücke, 81 km nach Athen. Der antike Name Chalkis
leitet sich vom griech. "chalkos - Kupfer" ab, die
Verarbeitung von Kupfer war Haupteinnahmequelle, bzw. vom
phönizischen "kalchi -purpur", wegen des reichen Vorkommens
von Porphyrschnecken, deren purpurener Farbstoff zum Färben
verwendet wurde. Wie fast alle ägäischen Inseln ist sie
gebirgig und hat ausgedehnte Sandstrände. In der Inselmitte
steht der höchste Berg, der Dirfis mit seiner beeindruckenden
Felspyramide (1743 m). Der Nordwesten ist sehr waldreich, die
Nordküste fällt steil ins Meer ab, der Osten ist flach und
fruchtbar, nur im äußersten Südosten erhebt sich der 1398 m
hohe Ohi, die Südküste ist stark zergliedert mit felsigen
Buchten und vorgelagerten Inselchen. Die schönsten Badestrände
befinden sich an der nordwestlichen Küste bei Orei, Gialtra
und Pefki. Eindrucksvoll sind die antiken Stätten Erntria,
Distos und Stira. Die Insel wird landwirtschaftlich genutzt
(Getreide, Obst, Gemüse, Oliven). Vor Marmärion im Südosten
liegen die Petali-Inseln.
Skiros (208 qkm, 3000 Einw.)
Skiros liegt nordöstlich von Kimi auf Evia (Fährverbindungen).
Die Insel hat schöne Strände, der Süden ist felsig mit einer
Vielzahl von Buchten, das Hügelland erreicht Höhen bis zu 800
m. Bis auf die Täler im Norden ist die Insel unfruchtbar.
Hauptort ist Skiros an der Ostküste. Westlich von Linaria, dem
Fährhafen an der Südküste, liegt die Insel Skiropoula.
Kleinasiatische Inseln
(Fährverbindungen mit Thessaloniki und Piräus)
Lesvos / Lesbos (2154 qkm, 105.000 Einw.) Die Oliveninsel
Lesvos, von den Griechen Mitilini genannt, ist die drittgrößte
griech. Insel. Der
Abstand zur türkischen Küste beträgt ca. 15 km. Endlose
Olivenhaine, Kiefernwälder, Sandstrände, Klöster, Fischer- und
Bergdörfer prägen das Landschaftsbild. Höchster Berg ist der
Olimpos mit 968 m. Die Insel ist vulkanisch, heiße Quellen
findet man in den Bädern von Loutropolis und Thermiä. Hauptort
ist Mitilini an der Ostküste. Schönster Bergort inmitten von
Kastanien und Platanen ist Agiassos am Fuße des Olimpos.
Hios / Chios (904qkm, 50.000 Einw.)
Die gebirgige Insel Hios (höchster Berg Inas, 1297 m) fällt an
der Ostküste steil ab. Sie ist dicht mit Wald und
Macchiasträuchern bewachsen. Der Norden ist sehr urwüchsig und
an der Küste voller Klippen, der Südteil läuft flach mit
feinen Sandstränden aus. Gegenüber der Küste des antiken
lonien (Cesme, Türkei) liegt die Inselhauptstadt Hios, die von
den Einheimischen Hora genannt wird. Der Hafen wird überragt
von der genuesischen Festung, in deren Mauern sich früher das
Leben abspielte. In Vrondados im Norden kann der
"Lehrerfelsen" besichtigt werden, wo Homer seine Schüler
unterrichtet haben soll. Gegenüber dem schönsten Küstenteil
zwischen Langada und Marmaro im Nordosten liegen die
Inousses-Inseln (9 kleine Inseln) mit guten Badestränden. Im
südlichen Inselteil befinden sich die Mastixdörfer wie Piri
mit seinen schwarz-weiß gemusterten Häusern (durch Schaben
herausgearbeitet). Psara (40 qkm, 500 Einw.)
Psara liegt ca. 20 km westlich des Nordkaps von Hios. Die 9 km
lange und 5 km breite Insel ist sehr felsig und von
Thymiansträuchern und Feigenbäumen bewachsen. Das einzige Dorf
ist ganz im Kykladenstil gebaut, jedes Haus mit Innenhof und
großer Sonnenterrasse. 365 m über dem Meer steht an der
Nordküste das Kloster Kimiseos Theotökou. Südwestlich liegt
die kleine unbewohnte Insel Andipsara.
Ikaria (255 qkm, 10.000 Einw.)
Ikaria ist die Insel des Ikarus, des Sohnes von Dädalos, der
bei seinem Flug mit Wachsflügeln von dieser Insel ins Meer
gestürzt sein soll. Im Süden fallen Granitfelsen schroff ins
Meer, die Berge sind über 1000 m hoch, die Nordküste bietet
schöne Sandstrände. Die Bergrücken sind von Macchia bewachsen,
oben ragen die nackten Felsen heraus, in der Nähe von Quellen
wachsen steinalte Eichen und Platanen. Der auf der Insel
angebaute Wein wird zu großen Teilen zu Rosinen verarbeitet.
Hafenstadt und Hauptort ist Agios Kirikos an der Ostküste,
hier fallen die Fischerhäuser mit den blühenden Balkonkästen
auf. Auch Ikaria hat einen Badeort Therma mit heißen Quellen.
Das einsame Fanfa-
ri mit einem hellenistischen Rundbau aus dem 3. Jh. v.Chr. an
der Nordostküste ist nur mit dem Boot zu erreichen.
Fourni-Inseln (30 qkm, 1000 Einw.)
Die Fourni-Inseln liegen zwischen Ikaria und Samos. Es sind
leicht hügelige Inseln bis zu 500 m Höhe, die mit Macchia
bewachsen und nur schwach besiedelt sind. Die Hauptinsel ist
Fourni.
Samos (778 qkm, 40.000 Einw.)
Weiße Sandstrände, weiße Fischerorte, die sich an Hügel
schmiegen, sonnendurchglühte Weinberge (berühmt ist der süße
Wein), Obstgärten, Tabakplantagen, Olivenhaine, alte Häuser
mit kühlen Innenhöfen, das sind die Kennzeichen dieser grünen
Insel. Es war Heimat der alten Griechen Pythagoras und Epikur.
Samos ist sehr fruchtbar, der Höhenrücken erreicht im Westen
den Gipfel des Vigla (1433 m) und in der Inselmitte den
Kavouni (1153 m). Die Inselhauptstadt Samos liegt in einer
wunderschönen Bucht an der Nordseite, das touristische Zentrum
Pithagorio mit der antiken Stadt Samos an den Ausläufern des
Kavouni im Südosten. Um die Insel führt eine Ringstraße. Von
Heraion führt die sog. Heilige Straße zum Heraheiligtum mit
seinen vier Tempeln.
Kykladen
(Fährverbindungen von Piräus)
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